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die Bedeutung eines typischen Grundorgaus beilegen zu wollen.Wolfs hat auch dieses nicht gethan; ihm ist das Grundorganaller Seitengebilde das wirkliche Blatt (das Laubblatt), und dieübrigen „Anhangsorgane" nennt er Modifikationen desselben.^Bei ihm hat damit die Metamorphosenlehre eine viel mehrrealistische Gestalt als bei Goethe und den meisten Morpho-logen nach demselben; auch deswegen, weil er von einer eigent-lichen aufsteigenden Umwandlung oder Metamorphose nichtredet.^ Wenn er von einer Verwandlung der Staubfädenin Blumenblätter (und den dadurch entstehenden gefüllten Blumen)und einem Uebcrgehen von Blumenblättern in Staubfäden spricht,so ist dies etwas ganz anderes als die Verwandlung, von derdie Lehre von der aufsteigenden Metamorphose handelt. Dennein allmähliches Hervorgehen von Pflanzen mit gefüllten Blumenaus solchen mit normalen kann beobachtet werden; hier kannman in der That von einer unter unseren Augen sich voll-ziehenden (phylogenetischen) Umwandlung reden. Der Ausdruck„modifizirt" — abgeändert, den er gebraucht, wird ganz all-gemein zur Bezeichnung einer Eigenschaft ohne Rücksicht aufihre Entstehung angewendet, von etwas Vorhandenem, ohne daßdies damit auch als etwas Gewordenes aufgefaßt werden müßte.So bedeutet denn der Satz: „Ein Staubfaden ist ein modifi-
zirtes Blatt" nichts weiter als: Es ist ein Blatt von andererGestalt als die gewöhnlich Blätter genannten Arten des Blattsim weiteren Sinne. Daß man allerdings das Wort „Blatt"nicht in dem doppelten Sinne von „Seiteugebilde" und von„Blatt im engeren Sinne" gebrauchen darf; daß man — wennes heißt: Ein Staubfaden ist ein Blatt — den Staubfadenunter die Kategorie des Blattes im engeren Sinne (also vorallem des Laubblattes) nnterzuordnen versucht ist, statt ihn mitletzterem nur zusammenzuordnen — das ist etwas anderes,worauf wir später noch eingehcn werden. Daß Wolfs mit
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