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Goethe - und noch immer kein Ende! : kritische Würdigung der Lehre Goethes von der Metamorphose der Pflanzen
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Charakter als Laubblatt oder Staubgefäß oder Stempel u. s. >v.erkennen lassen. Caspar Friedrich Wolfs, der VorgängersGoethes, hat dieses Verhältniß zuerst auseiuandergesetzt und,auf Grund desselben die gemeinsameBlattnatur" der ver-schiedenen Seitengebilde ausgesprochen.

Daß dieses Verhältniß aber sehr wenig beweist, leuchtetwohl ein, denn daß kompliziere organische Gebilde im anfäng-lichen Stadium ihrer Entwickelung ihre spätere Struktur wenigverrathen, sondern als warzenförmige Zellkomplcxe von völligeräußerlicher Uebereinstimnnng erscheinen, zeigt sich allgemein.Man könnte daher schließlich von allen solchen Gebilden eineBlattnatur" behaupten. Daß Wolfs mit seiner Entdeckungvon dem einfachen Beginn der Seitengebilde der Pflanzen wirklicheine Leistung vollbracht habe, ist anzuerkennen nämlich die,daß es keine Evolution (im Sinne Linnos), sondern bei allerEntwickelung stets nur eine Epigenesis gebe; nur kommtdiese Leistung für den Sinn der Lehre von der Pflanzen-metamorphose wenig in Betracht. Es ist die Ansicht von derEpigenese allerdings Voraussetzung bei jener und diese Ansichtgegenüber der von der Evolution gehegt zu haben, ist auch einVerdienst Goethes, aber die Metamorphosenlehre selbstbesagt etwas anderes.

Wir haben uns noch nicht gefragt, ob denn Goethe seineMetamorphosenlehre auf die Thatsache gestützt hat, daß alleScitcngebilde in gleicher Weise ihre (ontogenetische) Entwickelungbeginnen, ob er in der That das Wärzchen, als das sie anfangsalle auftreten, als die gleiche Grundform angesehen hat, ansder sie durch verschiedene Umbildung hervorgehen. Wir findennichts derart von ihm ausgesprochen, der Entwickelungsgeschichtewurde von ihm gar nicht gedacht. Es wäre außerdem einschwaches Beginnen gewesen, jenem in seiner Form noch garnicht genauer differenzirten oder charakterisirten Anfangsstadium