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Byron im Lichte unserer Zeit : ein Vortrag zur Feier des hundertjährigen Geburtstages Lord Byrons im Verein für das Studium neuerer Sprachen zu Berlin
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Wie die Blätter des Waldes im Svmmergrü»

Sah die sinkende Sonne das Heer noch so kühn;

Wie die Blätter des Waldes nach Herbstes GewaltSah der Morgen das Heer schon vcrwcttert nnd kalt.

Denn der Engel des Todes, den Stnrmwind trng,

Hancht' ins Antlitz dem Feind im Vorüberflug,

Und das Ange der Schläfer ward starr und schwer,

Ihr Herz hob sich einmal und dann nicht mehr.

Und das Roß lag, die Nüstern geöffnet weit,

Doch nicht von dem Odem stolz schnaubend im Streit,

Und der Schaum auf dem Rasen lag weiß wie der GischtUnd kalt, wenn die Brandung den Felsen nmzischt.

Und der Reiter lag da, ganz verzerrt nnd fahl

Mit dem Thau auf der Stirn und dem Rost auf dem Stahl;

Still waren die Zelte, nicht bannernmwallt,

Die Speer' nngcschwungen, Trompeten verhallt.

Laut klagten die Wittwen Assnrs nnd wild,

Und im Tempel des Baal lag zertrümmert das Bild,

Und der Heiden Gewalt, nicht vom Schwerte gefallt.

Schmolz wie Schnee vor dem Blicke des Herrn der Welt.

Aus allem Bisherigen dürfte sich ergeben, daß wir unsByron gegenüber in einem eigenen Falle befinden. Wir müssendie Genialität des Dichters unbedingt anerkennen, können unsaber auf kein größeres Werk im Ganzen, sondern nur ans ein-zelne Theile seiner umfassenden Kompositionen berufen; indemes ihm nur in kleineren Gedichten gelungen ist, etwas wirklichAbgerundetes und Vollendetes zu schaffen. Wir werden also, dawir die Anlage der längeren Dichtungen preisgeben müssen, ver-anlaßt, genauer ans die Form im einzelnen zu achten nnd unsdie Frage vorzulegen, ob der poetische Stil wirklich muster-gültig sei. Hierbei müssen wir einen Unterschied machen zwischender poetischen Sprache an sich und der Verwendung derselbenzu größeren Gruppen. Byron ist ein bedeutender Stilist; Maeaulay,in diesem Punkte der berufenste Kritiker, zählt die Briefe des

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