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ziemlich allgemein, wenigstens bei uns, als Byrons Meisterwerkanerkannt.
Die letzten fünf Lebensjahre wurden, freilich nur zum Theil,ausgefüllt durch eiu Liebesverhültniß zu einer jungen ItalienerinTeresa Gamba, die ihren unverhältnißmäßig älteren Gemahl,den Grafen Guiccioli, verließ, um mit Byron zusammen zu leben.Man hat um diese letzte Liebe des Dichters einen poetischenNimbus verbreitet, der nur der Einbildung seinen Ursprung ver-dankt. Teresa war weder eine vollendete Schönheit, wie be-hauptet worden ist, noch hat sie vollends darauf Anspruch, Byronals guter Genius umschwebt und veredelt zu haben. Sie warallerdings von seinen Geliebten diejenige, die ihn am längstenfesselte, theils weil sie außer äußern Reizen eine leidliche Bil-dung besaß und ihm an Rang ebenbürtig war, theils weil sieihn besser als ihre Vorgängerinnen zu nehmen wußte. Wirk-liche Hochachtung aber empfand er vor ihr nicht.
So wenig erhebend das Leben Byrons im allgemeinen ist,so war ihm doch ein versöhnender Abschluß beschieden. Mitaristokratischer Gesinnung verband sich in ihm glühende Be-geisterung für die Sache der Freiheit, der er alles zu opfernbereit war. Er glaubte an die Kraft der Völker, die damalsnoch unter Knechtschaft schmachteten und die seitdem durchSelbstbefreiung seinem Glauben Ehre gemacht haben. In Italienhatte er sich in die Verschwörungen der Carbonari eingelassenauf die Gefahr hin, deren Schicksal zu theilen. Er beschloß nunam Befreiungskämpfe der Griechen thätigen Antheil zu nehmen.Man hat vermuthet, er habe sich dort einen Thron erkämpfenwollen. Daß ein Gaukelbild des Königthnms seiner Phantasievorgeschwebt habe, ist immerhin möglich; aber Nöthigung zudieser Annahme ist nicht vorhanden. Seine Tage waren jedochschon gezählt, als er nach Griechenland ansbrach; er hätte nichtviele Jahre mehr leben können, auch wenn ihn nicht in Misso-
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