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lnngcn veröffentlicht. Vier derselben nebst dem „Ilebrcnv iAeloclios"gehören der Zeit vor seiner Verheirothung an, wo er von ganzungesnnden Verhältnissen umgeben war; denn die Gesellschaft,in der er lebte, war sittlich versumpft. Aber ans diesem fieber-schwangern Boden erwuchs seine Poesie, wie in den Tropen einUrwald, strotzend von Lebenskraft mit dicht verschlungenen Zweigenvoll üppiger Blätter und glänzender Blumen, so daß man kaumhindurchzudringen vermag.
Bhron schied von England am 2ö. April 1816. In derSchweiz, wohin er sich zunächst wandte, traf er mit Shelleyund dessen Frau zusammen, dichtete den dritten Gesang von„ChildeHarold," den „Gefangenen von Chillon" und begann „Manfred".Es folgte die wüsteste Zeit im Leben des Dichters, über dieman einen Schleier ziehen muß. Doch wurde während derselben,als er sich in Venedig anfhielt, „Manfred" beendet, der vierteGesang von „Childe Harold" nebst „Mazeppa" und „Beppv" ver-faßt und „Don Inan" begonnen. Den Jahren 1820—1822gehören die Dramen an; zugleich arbeitete der Dichter am„Don Juan", der bekanntlich unvollendet geblieben ist. Wieso vieles in Byron uns wunder nimmt, so waren auch inItalien, wie früher in England, Jahre besonders fruchtbar, diekaum eine Anregung zu poetischem Schaffen hätten sollenerwarten lassen. Nur weil er selten in ruhiger Sammlung desGemüths, vielmehr fast regelmäßig in leidenschaftlicher Aufregungund unter dem Einfluß einer gewaltsam gesteigerten augenblick-lichen Stimmung dichtete, wird cs begreiflich, daß viele seinerbesten Leistungen gerade den Lebensjahren angehören, in denener sich rohen sinnlichen Genüssen am meisten hingab. Die beidenletzten Gesänge des „Childe Harold" stehen an poetischem Werlhhoch über dem ersten und zweiten, von den kleinenepischen Gedichten ist „Mazeppa" dasjenige, in dem derErzählungston am besten getroffen ist, und „Don Juan" wird
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