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geschwisterlichen Verhältniß gestanden. Weil er sonst nicht reinwar, wurde auch das reinste Verhältniß seines Lebens an-gezweifelt. Um sich von der Zartheit der Beziehung beiderGeschwister zu einander zu überzeugen, braucht man nur Versezu lesen wie die folgenden:
Du warst allein der feste Stern,
Der ruhig stets am Himmel stand.
Heil deinem ungebrochnen Licht,
Das mich bewacht wie Seraphs Blick;
Es wich im Dunkel von mir nichtDer holden Nähe Schirm und Glück.
Und als uns Wolk' entgegenfuhr,
Umdüsternd deiner Liebe Brand,
Ward deine Flamme reiner nurUnd hat die Finsterniß verbannt.
Als Byron von seiner Frau verlassen war, wandte sichEngland, das ihn noch vor kurzem vergöttert hatte, voll Ent-setzen von ihm ab. Er konnte, wie Disreali vorgeschlagen hat,jetzt ausrufen: I rnvolea ous moruinu, und kounci uppsalk inkanrorw.Es war dies nicht blos eine heuchlerische Anwandlung von Sitt-lichkeit bei einem öffentlichen Skandal, nicht blos der Rückschlagder Woge, die ihn zu stolz emporgehoben hatte; vielmehr wareine Reaktion zu seiner Verdammung schon seit längerer Zeit,zum Theil durch die Presse, zum Theil durch unmerkliche Be-einflussung der Volksstimme vorbereitet. Mehr noch als er eswirklich war und geäußert hatte, galt er als Freidenker; darumtraute man ihm jede Verworfenheit zu. Geächtet entschloß ersich sein Vaterland zu verlassen, um nie wieder in dasselbe zurück-zukehren.
Wir sind zu einem Wendepunkt in Byrons Leben gelangt. Erhat bisher außer zahlreichen lyrischen Gedichten die beiden erstenGesänge des „Childe Harold" und sechs seiner poetischen Erzäh-
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