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Byron im Lichte unserer Zeit : ein Vortrag zur Feier des hundertjährigen Geburtstages Lord Byrons im Verein für das Studium neuerer Sprachen zu Berlin
Entstehung
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einem akademischen Grade, ohne das gewöhnliche Niveau höhererBildung erreicht zu haben.

Als Student von Cambridge veröffentlichte Byron 1807ein Bändchen Gedichte, zunächst als flüchtige Skizzen (IchZitivk?i6L6s), dann vermehrt alsStunden der müßigen Ruhe" (Ilonrsok IÜ16N688). Man möchte nach Byrons ganzem späteren Ge-bühren erwarten, sein erstes Auftreten als Schriftsteller hätteeinen Weltsturm bedeutet. Doch wie harmlos war sein Erstlings-werk, wie wenig geeignet, allgemeines Aufsehen zu erregen;obgleich scharfe Blicke wohl schon damals erkennen mochten, wassich von dem Verfasser erwarten ließ. Die Sammlung vonGedichten wurde in derEdinburger Revue" unbarmherzigvernrtheilt.

Durch diese von seiner Heimath ausgehende Kritik wurde derDichter in eine neue Bahn gelenkt. Im Jahre 1809 erschien seineSatire:Englische Barden und schottische Kritiker" (LnZlwll Lnrcl8null Loolcli lievlöners). Ich bin der Ansicht, daß diese das Lobnicht verdient, welches ihr herkvmmlicherweise gezollt wird. DieSatire bedarf als Kunstwerk der poetischen Einkleidung, wie z. B.Horaz eine solche gegeben hat, indem er Tiresias den Ulyß, dernach Verprassnng seines Vermögens durch die Freier wieder aufeinen grünen Zweig zu kommen wünscht, ans die Erbschleichereiin Rom Hinweisen und über die in Anwendung kommendenMittel belehren läßt. Auch Pope hat in derDunciade" denThron des Stumpfsinns und die Erbfolge in seinem Reiche ein-geführt. Byron hingegen arbeitet wie Churchill, oder wir könnenauch sagen im Stil des Juvenal, dem der Anfang entlehnt ist:8tiI1 inn8t I llear? Witzige und äußerst treffende Bemerkungenwerden aneinandergereiht, und sie sind zum Theil so boshaftund ungerecht, daß der Dichter sie später bereut hat; allein dieSatire ist zu direkt. Von einer einheitlichen Komposition aber

kann gar nicht die Rede sein; wir werden ja sehen, daß sich

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