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Byron im Lichte unserer Zeit : ein Vortrag zur Feier des hundertjährigen Geburtstages Lord Byrons im Verein für das Studium neuerer Sprachen zu Berlin
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unser Dichter in vielen seiner Werke die Forderung einer strengenKnnstform überhaupt nicht gestellt hat.

Inzwischen war Byron zu Anfang des Jahres 1809 mündiggeworden und hatte wenige Tage vor dem Erscheinen der Satireseinen Platz im Haus der Lords eingenommen. Darauf zoger sich auf seine Besitzung, die Abtei von Newstead, zurück undführte dort mit einigen seiner Universitütsfrennde ein Leben inder alten akademischen Weise, nur etwas ausgelassener. Manboxte viel, schoß mit Pistolen und zechte Wein, wobei ein alterMönchsschädel als Trinkgefäß eine Rolle spielte. Es ging aberleidlich zu und kam zu keinen sogenannten Orgien; insbesonderefehlten die paphischen Schönheiten, die man nach einer StelledesChilde Harold" bei den Gelagen in Newstead Abbey vor-ausgesetzt hat.

Als Byron im Alter von sechzehn Jahren seine VerwandteMarie Chaworth kennen lernte, die schon ins Leben der Gesell-schaft eingetreten war, hoffte er allen Ernstes auf eine dauerndeVerbindung mit ihr und fühlte sich bis ins tiefste Herz ge-kränkt, weil sie in ihm nur den lahmen Jungen sah und stattseiner einen Mann gewöhnlichen Schlages heirathete. Um einenEindruck der ersten Kindheit ganz zu übergehen, hatte dem früh-reifen Knaben schon sechs Jahre vorher eine andere Base,Margarethe Parker, eine schöne Lichterscheinung, den Schlaf ge-raubt. Bald nachdem Beide bekannt geworden, starb sie infolgeeines Falles, und wie er selbst sagt, klagte er um sie in seinemersten Gedichte. Trotz seines zähen Festhaltens an den Ein-drücken der Vergangenheit ist die Annahme unhaltbar, dieseMargarethe Parker sei die von ihm in mehreren sehr schönenGedichten gefeierte Thyrza, ebenso wie die Ansicht, sie sei nureine Schöpfung der Phantasie. Zn deutlich sprechen die Worte:

Ohn' einen Denkstein von den Deinen,

Zu künden von des Todes Ranb,

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