BRENTANO.
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dieselben Grenzen bat, wie das Bewusstsein, betritt sie dasGebiet der Physiologie, sobald sie aus ihm herausgeht *).
Der dritte Theil enthält die Classification der Er-scheinungen des Bewusstseins. Brentano nimmt dreiClassen oder Grundformen psychischer Thätiglceit an:Vorstellung, Urtheil und Phänomene der Liebe und desHasses. Diese Eintheilung kommt ziemlich unerwartetund er gesteht selbst zu, dass sie überraschen müsse.Er hat ausführlich dargelegt, warum er zwischen derVorstellung und dem Urtheil einen wesentlichen Unter-schied findet, und warum ursprünglich Gefühl und WilleEins sind. Die Fortsetzung des Werkes soll die ein-gehende Untersuchung dieser drei Gruppen enthalten.
Es ist unmöglich, über ein nur zur Hälfte erschienenesWerk ein endgültiges Urtheil zu fällen. Wir haben nurzu zeigen versucht, wie Brentano, obwohl ein Anhängerder empirischen Psychologie, sich von der physiologischenSchule unterscheidet. Man nimmt aus dem Studiumseines Werkes den Eindruck mit, dass wenn die ideologi-sche Schule grössere Feinheit und Fähigkeit in derAnalyse zeigt, als die physiologische, und sich streng andas hält, was im engeren Sinne Psychologie ist, sie dafürhäufig in die ihrer Methode anhaftenden Fehler verfällt:willkürliche Classificationen, zu viel Raisonnement und zuwenig Thatsachen * 2 ).
3. Abgesehen von ausführlichen Werken, beweiseneinzelne Abhandlungen, Artikel und Streitigkeiten in Zeit-
] ) Er kritisirt vier Hypothesen, welche nach ihm zu Gunsteneiner unbewussten psychischen Thätigkeit gemacht werden können.Diese Discussion scheint uns nicht ganz einwurfsfrei zu sein; abersie ist sehr ausführlich und verdient jedenfalls gelesen zu werden.
2 ) Ygl. zum vorigen Brentano, Psyeh. vom empir. Standp.Vorwort V, VI; S. 10, 19, 23, 31, 35, 42, 69, 116, 117.