Viertes Capitel.
Lotze.
Die Theorie der Localzeichen.
1. In welchem Sinne Lotze ein Vertreter der empirischen Psycho-logie ist. — Metaphysische Richtung seines Geistes undseiner Methode. — 2. Das Ziel, das er sich durch seineHypothese der Localzeichen gesetzt hat; kurzer Abriss dieserTheorie. — Der Raum auf die Intensität zurückgeführt. —3. Untersuchung der Localzeichen des Gesichts und des Tast-sinnes. — Bedeutung von Lotze’s Theorie.
1. In einer Geschichte der impirischen Psychologiein Deutschland Lotze zu übergehen, ist ebenso unmög-lich, wie ihm nach jeder Richtung gerecht zu werden.
Seiner ganzen Anlage und seinen Tendenzen nachvornehmlich Methaphysiker, durch sein Fachstudium undseinen Beruf mit den physiologischen Forschungen undMethoden vertraut, trieb er mit gleichem Eifer Medicinund Philosophie, und hielt im Alter von zweiundzwanzigJahren als Privatdocent an der Universität Leipzig (1839)Vorlesungen über beide Gebiete. — Seine in den folgendenJahren herausgegebenen Werke legen von dieser doppeltenRichtung seiner Studien Zeugniss ab. Er lieferte fürWagner’s Handwörterbuch der Physiologie wichtige