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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
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DIE DAUER DER PSYCHISCHEN ACTE. 279

ception erleichtert, hat sich nicht eingestellt. Man kannalso mit aller Sicherheit sagen, dass diese Verlangsamungder Reäctionsdauer der Apperception zufällt. Denn dieBedingungen für die willkürliche Innervation sind hierdieselben wie hei anderen Experimenten; von ihnen kannalso der Unterschied nicht herrühren.

Ist der Eindruck völlig unerwartet, so wird diephysiologische Zeit ebenfalls verzögert. Diese Bedingungwird manchmal durch Zufall verwirklicht, wenn der Beob-achter, statt die Spannung der Aufmerksamkeit demerwarteten Eindrücke zuzuwenden, zerstreut ist. Mankann dies auch absichtlich herbeiführen, wenn man in einerlangen Versuchsreihe mit regelmässigen Intervallen derReize, plötzlich ein sehr viel kürzeres Intervall nimmt.Dann erhebt sich die physiologische Zeit leicht bis zui/ 4 oder V2 Secunde x ). Die Verlangsamung ist geringer,obgleich noch beträchtlich, wenn die Versuchspersonnicht weiss, welcher Art von Eindrücken sie ausgesetztsein wird.

Endlich kann man auch die Erschwerung der Bedin-gungen nicht auf die wahrgenommenen Eindrücke, sondernauf die Iteactionsbedingungen richten. Derartige Ver-suche sind von Donders und De Jaager ausgeführt.Bald wurde der eine, bald der andere Fuss elektrisch ge-reizt, während die Hand der gereizten Seite die Bewegungauszuführen hatte. Oder man nahm zur Reizung baldblaues, bald weisses Licht, während die rechte Iland aufjenes, die linke auf dieses reagiren musste. Beim Ohrebestand die Reizung in einem Vocalklange; der Beob-achter wiederholte denselben Vocal, und beide Bewe-

9 Wenn ein Eindruck stark genug ist, um Schrecken hervor-zurufen, so ist die physiologische Zeit nach Wundt vergrössert,nach Exner verkleinert,