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DIB DEUTSCHE PSYCHOLOGIE.
Experimenten man infolge langer Gewöhnung sehr wohlweiss, ob die Registrirung gut oder schlecht ist, obwohlder in solchem Falle empfundene Unterschied kaum einigeHunderttheile einer Secunde beträgt. Hieraus gehthervor, welcher ausserordentlichen Genauigkeit unsereinnere Wahrnehmung hei derartigen Untersuchungenfähig ist.
3. Wir wenden uns nun zur Untersuchung der phy-siologischen Zeit, wenn erschwerende Bedingungen fürdie Auffassung der Zeit oder für die Willensreaction ge-geben sind. Der einfachste Fall dieser Art liegt da vor,wo der Eindruck nicht nur in Bezug auf die Zeit seinesEintritts, sondern auch in Bezug auf seine Stärke un-bestimmt gelassen ist. Führt man z. B. Schallversuchein solcher Weise aus, dass fortwährend zwischen starkenund schwachen Reizen unregelmässig gewechselt wird, sowird die physiologische Zeit dadurch vergrössert. Wundthat zwei Versuchsreihen angestellt, die eine mit regel-mässigem, die andere mit ganz unregelmässigem Wechsel:
Regelmässiger Wechsel Unregelmässiger WechselStarker Schall 0,116 0,189
Schwacher „ 0,127 0,298
Noch bedeutender wächst die Zeit, wenn man ganzunerwartet in eine Versuchsreihe mit lauter starken
Eindrücken plötzlich einen schwachen schiebt, und um-
gekehrt. Dann kann sie bis auf 0,4 bis 0,5" ansteigen.In solchem Falle lässt sich weder an Veränderungen derPerception, noch an solche der physiologischen Leitung,sondern nur an solche der Reaction denken. Diese Zeitwächst, weil die Bedingungen des Experiments derartigesind, dass die Aufmerksamkeit irregeleitet wird; dievorhergehende Spannung, welche die Arbeit der Apper-