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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
Entstehung
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WUNDT.

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Die physiologische Grundlage dieser Einheit des Be-wusstseins ist der Zusammenhang des ganzen Nerven-systems, daher auch verschiedene einander co- oder sub-ordinirte Arten von Bewusstsein innerhalb desselbenunmöglich angenommen werden können. Andererseitswird es ebenso unzulässig sein, ein bestimmtes Organdes Bewusstseins vorauszusetzen, wenigstens nicht in demgewöhnlich angenommenen Sinne. Denn unsere Vor-stellungen und Gefühle können von den verschiedenstenPunkten aus beeinflusst werden. Allerdings zeigt dieUntersuchung des Nervensystems der höheren Thiere,dass es hier ein Gebiet giebt, welches sehr wahrschein-lich in näherer Beziehung zum Bewusstsein steht, als dieübrigen Tlieile, nämlich die Grosshirnrinde, da in ihr,wie es scheint, nicht nur die verschiedenen sensorischenund motorischen Provinzen der Körperperipherie, sondernauch jene Verbindungen niedrigerer Ordnung, welche inden Hirnganglien, dem Kleinhirn u. s. w. stattfinden,durch besondere Fasern vertreten sind. Die Grosshirn-rinde eignet sich also ganz besonders dazu, alle Vorgängeim Körper, durch welche bewusste Vorstellungen erregtwerden können, theils unmittelbar, tlieils mittelbar inZusammenhang zu bringen. Nur in diesem Sinne ist beimMenschen, und wahrscheinlich bei allen Wirbelthieren,die Grosshirnrinde Organ des Bewusstseins, wobei manaber niemals vergessen darf, dass die Function diesesOrgans diejenige gewisser, ihm untergeordneter Central-theile, wie z. B. der Vier- und Sehhügel, die bei der Syn-these der Empfindungen eine ganz unerlässliche Aufgabeerfüllen, voraussetzt.

Von seiner psychologischen Seite aufgefasst, ist dasBewusstwerden ein Schluss, welcher sich in jedem ein-zelnen Falle, wo eine Anschauung ins Bewusstsein ge-

Bibot, Psychologie. yj