WUNDT.
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Gebiete des Wissens, eine instinctive Erkenntniss zuGrunde liegt. Dein Geiste werden von der Erfahrungeine Anzahl Tliatsachen überliefert, welche er nach seineneigenen Gesetzen unbewusst verarbeitet; erst die Resul-tate werden ihm bewusst. Zu diesen Resultaten gelangtaber der Geist mit Hülfe eines Analogieschlusses. Istdie Wissenschaft gleich bemüht, Alles auf klare Begriffezurückzuführen, so entzieht sich ihrer Macht doch einRest, das, was manche das Unerkennbare nennen, unddas ihr weder durch Induction noch durch Deductionzugänglich ist. Da aber, wo kein anderer Schluss mehrmöglich ist, bleibt immer noch der Analogieschluss übrig,also dasjenige logische Verfahren, welches am un-bestimmtesten, unvollkommensten und trügerischesten ist.So sieht denn der natürliche Mensch im Donner, in denSternen u. s. w., überall dem seinigen ähnliche Willen,und so entsteht der Begriff von menschenähnlichenGöttern, welche sich nur durch höhere Macht unter-scheiden. Haben dann die Götter eine belebte Gestaltangenommen, so trennen sie sich von den Erscheinungen,in welchen man sie wirken sah und werden lebende Wesen,welche ihre Hand über das Geschick der Menschheithalten: der Naturgott wird zum Schicksalsgott.
In der rohesten Form tritt diese religiöse Anschauungim Fetischismus auf, welcher das Gepräge eines naiven,kindischen Egoismus trägt. Der Fetisch, ein Stein, Baum,selbst ein Topfscherben, ist der Gott selbst; aber er istnur für seinen Besitzer da, der ihn je nach Umständenanbetet, misshandelt oder auch ganz absetzt und ver-nichtet. Wenn der Fetischismus auch hauptsächlich sichnur bei den niedersten Rassen vorfindet, so lassen sichdoch Spuren von ihm bei den gebildeten Nationen nacli-weisen. „In allen Religionen hat man in dem Götter-