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DIE DEUTSCHE PSYCHOLOGIE.
verschiedene Richtung, je nach der ursprünglichen An-lage der Völker, dem Einfluss der äussern Natur, denWerken der Dichter und Philosophen; und diese Ursachenlassen sich nicht selten schwer von einander trennen.
Alle Culte Asiens, vielleicht mit Ausnahme Chinas,richten sich auf die ewigen Erscheinungen des bestirntenHimmels. Indess spricht sich der Einfluss der Natur aufdie religiösen Vorstellungen darin aus, dass z. B. diechaldäische Religion, ursprünglich ein reiner Sonnen-eultus, indem sie von den nackten und einförmigenEbenen des Euphrat in das fruchtbare, reichbewässerteSyrien und Phönizien verpflanzt wird, einen terrestrischenCharakter annimmt. Befruchtung und Zerstörung werdennicht mehr von der Sonne erzeugt, sondern der aus-geprägte Wechsel der Jahreszeiten bringt von seihst eineTheilung der alten Götter in mehrere mit sich. Auch inAegypten, welches, soweit man muthmaassen kann, ur-sprünglich einen ähnlichen Cultus, wie Chaldäa hatte,ist der Einfluss der Natur unverkennbar. Die zweiund-siebenzig Tage stickender Hitze, welche auf die frucht-bare Ueberschwemmung des Nils folgen, verwandeln sichin die Mythe von Osiris, welcher von Typhon und seinenzweiundsiebenzig Gefährten getödtet wird. Im Allge-meinen hat die Verehrung der Naturkräfte, welche fastüberall mit ihrer Personificirung abschloss, die im Helle-nismus ihre höchste Bliithe erreichte, in zweierlei Formsich ausgebildet: entweder richtet sie sich auf regel-mässige und ruhige Erscheinungen, wie bei den Chaldäernund Aegyptern, oder auf veränderliche, heftige, zerstöre-rische, wie bei den Juden und Indoeuropäern.
Wenn wir versuchen, den psychischen Process zureconstruiren, aus welchem dieser Cultus hervorgegangenist, so zeigt sich zunächst, dass ihm, wie überall auf dem