WUNBT.
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sittlichen Begriffe zeigt uns aber immer einen ursprüng-lich unbewussten Erkenntnissprocess; denn erst durcheine Erkenntniss, einen erfalirungsgemäss abgeleitetenSchluss, begreift der Einzelne die Notliwendigkeit, dass
er, um die Entwicklung seiner Fähigkeiten zu sichern,sich gleich den übrigen der Regel der Sitte und der Ge-setze zu unterwerfen habe. Dann wird dieser unbewussteSchluss, welcher die Grundlage des sittlichen Gefühlsbildet, mit bewussten Elementen ausgerüstet und nähertsich so immer mehr seinem idealen Ziele. Daher kommt
es, dass jede Zeit, obwohl sie von der Vollkommenheitihres Sittengesetzes überzeugt ist, dennoch immer einvollkommeneres erwartet: und diese Erwartung hat auchnoch niemals getäuscht.
0. Die religiösen Gefühle bieten für uns um sogrösseres Interesse, als Wundt zu den wenigen Psycho-logen gehört, welche diese Frage überhaupt in Angriffgenommen haben. Ob aus falsch geleiteter Achtung, obaus Klugheit oder Verachtung, die meisten sprechen niedavon. Indess drängt die Frage nach dem Ursprüngeund dem Wesen des religiösen Gefühls, wie man es auchauffassen möge, sich unabweislicli auf, und sie ist auchvon zu hervorragender Bedeutung, als dass man sie un-beachtet lassen dürfte. Es handelt sich natürlich nichtum eine Geschichte der Religionen, sondern um den 'Ver-such, aus allen religiösen Formen, rohen und verfeinerten,eine psychologische Erklärung abzuleiten und die Pro-cesse aufzudecken, von denen die verschiedenen Formenausgegangen sind.
Die Verehrung der Naturgewalten ist ein Grundzug,der allen Religionen im Beginn ihrer Entwicklung gemeinist. Indess nehmen die Religionsvorstellungen eine sehr