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DIE DEUTSCHE PSYCHOLOGIE.
Australneger und die so hoch entwickelten alten Be-wohner Mexikos und Perus.
So mannigfache Aenderungen die sittlichen Ideenim Laufe der Geschichte aber auch erfahren haben, undso sehr dieselben dem objectiven Beobachter, der sichnicht selbst in den psychologischen Vorgang ihrer Ent-stehung versetzt, aus einander zu fallen scheinen, so istes doch ein subjectives Band, das sie alle zusammenhält.Die sittlichen Zwecke, welche die Völker zu erreichenstreben, sind in ihrem Wesen immer die nämlichen, nurdie Mittel dieser Erreichung gehen oft weit aus einander.Es geht ein übereinstimmender Zug durch alle Wand-lungen der Sitte und der sittlichen Anschauungen hin-durch. Sittlich nennt das Volksbewusstsein und dasBewusstsein des Einzelnen auf jeder Stufe seiner Aus-bildung eine jede Handlung, die dem Handelnden seihstoder Anderen in solcher Weise förderlich ist, dass jenerwie diese, in der ihrer individuellen Beschaffenheit an-gemessenen Weise zu leben und ihre Kräfte zu entfaltenvermögen. Anfänglich geht dem Menschen fast Alles inder physischen Kraft auf, und er glaubt lange Zeit in derSchaffung der physischen Lebensbedürfnisse für sich undin der Gewährung derselben an andere seine volle Pflichterfüllt zu haben. Allmälig aber erhält die Sittlichkeiteine immer allgemeinere Richtung; die Gesellschaft wirderfasst als ein Ganzes, dessen einzelne Glieder innig aneinander gekettet sind, und endlich entspringen un-mittelbar aus dem Begriffe der sittlichen Handlung diePflichten gegen den Staat, gegen den Nächsten und gegensich selbst.
Um jene unbestimmten Gefühle in uns in klare Be-griffe zu übersetzen, mussten wir also das Gewissen derVölker befragen. Die geschichtliche Entwicklung der