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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
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WUNDT.

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wird es befriedigt, wenn neben der Uebereinstimmungzugleich eine Mannigfaltigkeit uns entgegentritt, die fortund fort auf ein anderes hinweist: Im ruhigen Ge-

schlossensein muss ein bewegtes Weiterstreben, in derEinheit eine Vielheit enthalten sein und dergleichen.

Man wird nun noch die Frage aufwerfen, welchemBegrilfe das Schöne entspreche? Offenbar dem Begriffder Ordnung. In jeder schönen Erscheinung liegt dieIdee eingeschlossen, dass die Welt keine rohe Masseauseinander fallender Einzelheiten sei, sondern einKosmos. In diesem Wesen der Idee des Schönen findetaber zugleich ihre Beziehung zu den religiösen und sitt-lichen Ideen sich klar dargelegt. Die ewige Ordnung derNatur erscheint uns als etwas Unfassbares und Unend-liches, und dies ist die Idee, in der das religiöse Gefühlwurzelt. Die äussere Ordnung deutet auf eine innerehin und aus der Gebundenheit an ein inneres Gesetz, dasvon Anfang an in dem Weltlauf verborgen liegt, wirddas sittliche Gefühl erzeugt. Indem das Schöne gleich-zeitig in der Natur und im Geiste, in der äussern Formund im Gedanken auftritt, zeigt sich uns die tiefe Ueber-einstimmung der Gesetze des äussern und des innernGeschehens, welche uns immer daran mahnt, dass beidein sich einerlei sind und nur für unsere Anschauungunvereinbar auseinander treten.

8. Nicht nur die sogenannten moralischen Gefühle,sondern alle unsere Gefühle, gleichviel welcher Art sieseien, können uns zu Handlungen veranlassen. Gut undschlecht, welche der Moral zu Grunde liegen, existirenin uns nur als Idee, als Resultat einer instinctiven Er-kenntnis. Wie die ästhetische, ist die moralische Ideeunbestimmt und unvollkommen, und erst die wissenschaft-

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