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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
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DIE DEUTSCHE PSYCHOLOGIE.

Adolf Z ei sing an den Meisterwerken der antiken Bau-kunst, dem Parthenon, dem Erechtheum, den Propyläen,dem Tempel des Theseus, und bis zu einem gewissenGrade selbst in der Gothik nachgewiesen; ebenso be-stätigt es sieb für die schönsten Werke der griechischenPlastik, endlich am menschlichen Körper und im ganzenThier- und Pflanzenreiche. In gleicher Weise werden heiden Gehörempfindungen die drei Factoren Rhythmus,Melodie und Harmonie auf ihre mathematischen Bedin-gungen zurückgeführt*).

Die gegebenen Andeutungen werden genügen, um unszu zeigen, wie Wundt die Aestlietik auflasst und behan-delt. Im Wesentlichen besteht seine Methode darin, dasser die uns ästhetisches Vergnügen oder Missbehagen ver-ursachenden Empfindungen mit Hülfe der Physiologieund Physik analysirt, diese Analyse durch Zahlen belegtund nun daraus ein Gesetz abzuleiten sucht. Diese Zer-gliederung des ästhetischen Gefühls führt uns immer undüberall auf denselben Process zurück, welcher stets miteiner messenden Vergleichung der Eindrücke be-ginnt. Das ästhetische Gefühl wird befriedigt, wenn dieVergleichung uns eine innere Uebereinstimmung zwischenden Eindrücken nachweist, und im vollkommensten Grade

solche zu ihrer Verbesserung auf. Andererseits wird die Proportion

l;i, bei welcher die kleinere Dimension an der grossem nichtx

mehr anschaulich gemessen werden kann, entschieden ungefällig.Zwischen beiden Grenzen müssen also die gefallenden Verhältnisseliegen. Eines derselben ist die Theilung nach dem „goldenenSchnitt“, bei welchem das Ganze zum grossem Theile sich ver-hält, wie dieser zum kleinern (x ~|- 1 : x = x : 1).“ Grundzüge etc.S. 696.

!) Zwei Töne sind z. B. harmonisch, wenn ihre Schwingungs-zahlen ein einfaches Verhältniss bilden, wie die Octave 1:2, dieQuinte 2 : 3, die Quarte 3:4 u. s. w.