WUNDT.
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massige, Figur, z. B. ein Quadrat, besser als eine unregel-mässige, etwa ein Trapez? Weil die erste symmetrischerist und die Vergleichung einer grossen Zahl von Formenin den Werken der Architekten, Bildhauer, Maler und seihstder Organismen ergiebt, dass das Gesetz der Symmetrie dieganze Aestlietik beherrscht. Aber nicht die Symmetriean sich und von allem Körperlichen losgelöst, gefällt uns,sondern sie gefällt uns, weil durch sie auf die einfachste Artin eine Mehrheit von Elementen Ordnung gebracht wird.
Die Mathematiker haben nun schon lange eine be-stimmte Theilung der Linien aufgefunden, welche in derAestlietik von grosser Bedeutung ist. Denken wir unszwei sich senkrecht schneidende gerade Linien, so würdedie Symmetrie vollkommen sein, wenn der verticale Ab-schnitt zum horizontalen sich verhielte wie 1:1. Dochsind uns auch noch andere Verhältnisse angenehm, undwenn wir diese empirisch bestimmen, so zeigt sich, dasszwei senkrecht sich schneidende Linien dann den ange-nehmsten Eindruck auf uns machen, wenn der senkrechteAbschnitt sich zum horizontalen verhält wie 1,6 :1. Darausergiebt sich die Proportion 1:1,6 = 1,6:2,6 (bez. genauer2,56). Mit anderen Worten: „die verticale Gliederung derFormen ist dann am wirkungsvollsten, wenn das kleinereTheilstück zum grösseren sich verhält, wie das grösserezum Ganzen 3 )“. Dieses Gesetz ist bekanntlich von
B Alle Proportionen cler Formen bewegen sich zwischen dervollständigen Symmetrie 1:1 und dem Verhältniss l:-,woa;eine
so grosse Zahl bedeutet, dass — im Verhältniss zu 1 eine sehr kleine
x
Zahl wird. Eine Proportion, welche in eben merklicher Weise dieSymmetrie überschreitet, ist weniger wohlgefällig, als eine solche,welche von dem Verhältniss 1:1 etwas weiter abliegt, denn sieerscheint eben nur als eine ungenaue Symmetrie und fordert alsIiibot, Psychologie.