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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
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DIE DEUTSCHE PSYCHOLOGIE.

als was er nicht ist. Diese Erfahrungsurtheile, welchemir über einen bestimmten Gegenstand zu Gebote stehen,sind an sich zusammenhanglos. Sollen sie zu einemEndurtheile führen, in welchem ich meine Anschauungdes Gegenstandes erschöpfend zusammenfasse, so müssensie irgendwie in Verbindung treten. Wie geschieht dieseVerbindung? Bleiben meine Einzelerfahrungen stets einloses Aggregat, oder giebt es irgend etwas, was sie tieferverknüpft? Wir kennen nur eine einzige Form, in derUrtheile mit einander verknüpft werden, diese Form istder Schluss, welcher eine Anzahl gegebener Urtheileverbindet, um ein neues Urtheil aus ihnen abzuleiten.Und zwar ist dieser Schluss ein Inductionsschluss, weiler vom Besondern zum Allgemeinen geht. Wundt,welcher hier gerade wie Stuart Mi 11 spricht, hebthervor, dass jede Deduction eine vorhergegangene Induc-tion voraussetzt, weil das Princip, welches der Deductionzu Grunde liegt, das Resultat und die Zusammenfassungeiner Summe vorhergegangener Erfahrungen sein muss \).

Diese Erfahrungsurtheile, aus denen wir die Gesetzeder Natur und des Denkens ableiten, sind anscheinenddie Elemente unserer Erkenntniss. Lässt sich nun dieAnalyse noch weiter treiben, und lässt sich zeigen, dasssie aus noch einfacheren Elementen bestehen ? Es würdesich in der Tliat leicht ergeben, dass auch das einfachste

b Menschen- und Thierseele 1, 4. Vorles. Der Inductions-schluss ebenso wie der Deductionsschluss besteht nach Wundtaus drei Gliedern. Erstens aus den bejahenden Urtheilen oderTbatsachen (Cajus und Sempronius sind gestorben); zweitensden verneinenden (wir kennen keinen Fall, dass ein Mensch nichtgestorben wäre), ohne welche die bejahenden Tbatsachen, so zahl-reich sie auch sein mögen, werthlos bleiben; drittens dem all-gemeinen Schluss (alle Menschen sind sterblich), welcher die Grund-lage für die Deduction liefert.