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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
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WTJNDT.

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und ähnliche Beobachtungen haben aber insofern nocheine psychologische Bedeutung, als sie der Ausdruck einesinneren Geschehens, der Einheit des Denkens, sind.

Um den angedeuteten Zusammenhang der innerenGesetze des Denkens mit seinem äussern Verlaufe klarzu machen, müssen wir die wesentlichen Bestandtheiledesselben näher ins Auge fassen. Diese Bestandtheilesind Begriffe, Urtheile und Schlüsse. Die Begriffe undUrtheile bilden ein festes Besitzthum, welches all unserWissen und Erkennen in sich fasst. Die Schlüsse abersind die Hülfsmittel, mit welchen wir jenes Besitzthumverwerthen, und ohne welches alle Begriffe und Urtheileein todtes Capital blieben. Wie wesentlich die Schlüssefür das Denken sind, das erhellt erst deutlich, wenn manbetrachtet, wie die Begriffe und Urtheile entstehen.

Wenn ich ein beliebiges Urtheil nehme, z. B. dasUrtheil, der Löwe ist ein Thier, so ist kein Zweifel, dass,bevor dieses Urtheil sich bilden konnte, schon mehrereDenkacte vorangegangen sein müssen. Ich kann nichtwissen, dass der Löwe ein Thier ist, wenn ich ihn nichtmit einer Menge anderer, theils ähnlicher, theils unähn-licher (Pflanzen, Steine) Objecte verglichen habe. JedesObject ist durch eine Anzahl ihm eigenthümlicher Merk-male oder Qualitäten ausgezeichnet, und der Vergleichzweier Objecte kann nur geschehen, wenn ihre Eigen-schaften theils ähnlich theils unähnlich sind. Somit gehtdas Urtheil aus dem Vergleich verschiedener Dinge inBezug auf ihre Merkmale hervor. Jedes Urtheil, welches,wie das angeführte, auf eine Summe von Erfahrungengegründet ist, entsteht also aus einer grossem Zahlvorhergehender Urtheile, welche selbst wieder zum Theilbejahend, zum Theil verneinend sind; denn wir bestimmeneinen Gegenstand, indem wir sowohl sagen, was er ist,