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DIE DEUTSCHE PSYCHOLOGIE.
sicht die Stäbchen- und Zapfeuschicht der Retina; fürdas Gehör das Corti’sche Organ, für das Getast diePacini’sehen Körperchen. Indem der Reiz auf dieseEndorgane einwirkt, veranlasst er eine Bewegung, welchesich in zweierlei Art auf die centralen Theile fortpflanzt.Bei den mechanischen Sinnen (Getast und Gehör)pflanzt sich der äussere Reiz höchst wahrscheinlich unterder ihm eigentliümlichen Form auf die Nervensubstanzfort und erzeugt da einen Process, welcher im Allgemeinendem Process der reizenden Bewegung entspricht. Beiden chemischen Sinnen (Gefühl, Geschmack, Geruch)veranlasst der Reiz eine sowohl in Bezug auf die Formals auf den Verlauf verschiedene nervöse Erscheinung,obwohl dieser in gewissen Grenzen je nach den Varia-tionen des Reizes schwankt. Während also bei denersteren die äussere Bewegung direct übertragen wird,bringt bei den letzteren der Reiz eine Erscheinung andererArt hervor, wahrscheinlich eine chemische Molecular-hewegung. Auch wird der Reiz bei jenen unmittelbarerempfunden, als bei letzteren, bei welchen die Form desReizes vornehmlich von dem uns unbekannten Molecular-zustande der Nerven abhängt. Die mechanischen Sinnesind offenbar die einfachsten, und der allgemeinste vonallen, das Getast, hat wahrscheinlich der Entwickelungder vier Specialsinne zur Grundlage gedient.
Wundt stellt das Gesicht zu den chemischen Sinnen,also mit Geruch und Geschmack auf eine Stufe. Zunächstnämlich setzt sich in der Retina der Reiz in eine andereForm der Bewegung um. Und wenn es auch „natürlichvorerst unbestimmt bleiben muss, um welche Art derUmsetzung es sich dabei handelt, so ist doch auch hiervielleicht die Vermuthung gerechtfertigt, dass einechemische Wirkung vorliegt. Zur Begründung dessen