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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
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WUNDT.

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kann man im Allgemeinen einerseits auf die leichte che-mische Zersetzbarkeit der Nervensubstanz, andererseitsauf die chemische Wirksamkeit des Lichtes überhaupthinweisen. Bei den niedersten Formen des Sehorgansscheint die photochemische Wirkung stets von einerAbsorption begleitet zu sein, welche gewisse Lichtstrahlen,namentlich die stärker brechenden, trifft. Diese nieder-sten Formen des Sehorgans bestehen nämlich in mitNervenfasern verbundenen Epithelzellen, welche mitrotliem Pigmente erfüllt sind, also mit einer Substanz,welche vorzugsweise Strahlen von geringer Brechbarkeitdurchlässt. Ein solcher Absorptionsvorgang scheint nochin der Retina der Vögel die photochemische Wirkung zubegleiten, indem man hier in den Innengliedern derZapfen rothe und gelbe Pigmentkugeln vorfindet. Auchgenügt die Annahme einer blossen Gradverschiedenheitin der Wirkung der verschiedenen Lichtstrahlen auf dieEndfasern des Sehnerven nicht, um die Mannigfaltigkeitder Lichtempfindungen zu erklären, sonst würden wirstatt der verschiedenen Lichtstrahlen nur Licht von ver-schiedener Stärke empfinden. Es müssen daher nochandere Unterschiede in den chemischen Erfolgen derLichtreizung stattfinden, Unterschiede, deren Natur wirnicht näher zu bestimmen vermögen. Uebrigens zeigtder Gesichtssinn die bemerkenswerthe Eigenthümlichkeit,dass diese Unterschiede der Reizungsform beiden schwäch-sten und bei den stärksten Reizen auf hören; die schwäch-sten Lichteindrücke jeder Art werden als dunkel oderschwarz, die stärksten als weiss empfunden. Bei einergewissen mittleren Intensität der Lichtreize sind alsojene photochemischen Wirkungen auf die Endfasern desOpticus am stärksten ausgebildet. Den qualitativen Ver-schiedenheiten der Empfindung werden aber Differenzen