WüNDT.
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Dem gegenüber setzt Wundt sich das Ziel vor, diePsychologie aus einer beschreibenden in eine erklä-rende Wissenschaft umzuwandeln. „Je weniger ausge-bildet eine Wissenschaft ist, um so mehr fliessen in ihrBeschreibungen und Erklärungen zusammen. So fallendenn auch die meisten Bearbeitungen der empirischenPsychologie vorzugsweise dem Gebiete einer Natur-geschichte der Seele zu, ohne sich dessen immer bewusstzu sein. Auch die in neuerer Zeit zu einem eigenenWissenszweig erhobene psychologische Durchforschungder Geschichte und Völkerkunde reiht einer Natur-geschichte der Seele im weiteren Umfange sich an, denndie Völkerpsychologie hat es durchweg mit zusammen-gesetzten Erscheinungen zu tliun, welche ihre Beleuchtungdurch das individuelle Bewusstsein empfangen müssen,da sie den aus diesem geschöpften psychologischen Ge-setzen unterzuordnen sind, eine Aufgabe, welche imWesentlichen classificatorischer Art ist“ J ).
Um jene Umwandlung zu erreichen, muss man derinneren Beobachtung, welche für sich nur Beschreibungenliefern kann, das Experiment und die von diesem untrenn-bare Messung hinzufügen. Das ist der Zweck der phy-siologischen Psychologie. Sie sucht die psychischenElementarphänomene-zu finden, indem sie zunächst vonden physiologischen Vorgängen ausgeht, mit denen sie imZusammenhänge stehen. So nimmt diese Wissenschaftnicht sogleich inmitten des Schauplatzes der inneren Be-obachtung ihren Standpunkt, sondern sie sucht von aussenin denselben einzudringen. Hierdurch wird es ihr gerademöglich, das wirksamste Hiilfsmittel der erklärenden
b Wundt, Grundzüge der physiologischen Psychologie, Leip-zig 1874, S. 4,