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DIE DEUTSCHE PSYCHOLOGIE.
Naturforschung, die experimentelle Methode zu Käthe zuziehen. Da diese Methode sich aber nur auf dem psycho-physischen Grenzgebiete anwenden lässt, so giebt es, ge-nau gesagt, nur psychophysische und keine rein psycho-logischen Experimente. Nun besteht die Methode aberdarin, dass man die äusseren Bedingungen, welche mitder Erzeugung des inneren Geschehens verknüpft sind,variirt, und daraus folgt, dass wir durch sie auch überdas innere Geschehen selbst Aufschluss erhalten. Indiesem Sinne ist jedes psychophysische zugleich ein psycho-logisches Experiment und ist deshalb auch innerhalb dieserGrenzen eine Experimentalpsychologie möglich J ).
„Schon bei einer wenig eingehenden Betrachtungkann man nicht umhin, an der herkömmlichen Anschauung,dass das Bewusstsein der Schauplatz sei, der unserganzes inneres Leben umfasse, allmälig irre zu werden.Ueberall in der Natur ist es so, dass nur die zusammen-gesetzte Erscheinung sich unmittelbar derBeobachtung dar-bietet, dass aber die einfachen Gesetze, durch deren Zu-sammenwirken erst die Erscheinung zu Stande kommt, ansich unserem Auge verborgen bleiben. Sollte das Seelen-leben allein eine Ausnahme machen? Sollten hier schon•die Gesetze selber der unmittelbaren Wahrnehmung zu-gänglich sein? Und welches wäre dann die gegenseitigeBeziehung dieser Gesetze? Im Bewusstsein fallen diepsychischen Akte weit auseinander. Fühlen, Begehren,Empfinden, Vorstellen, Begreifen, stehen uns hier als ge-trennte Thätigkeiten gegenüber. Müssen wir jeder dieserThätigkeiten ihren besonderen Bezirk anweisen? Müssenwir die einheitliche Seele auseinanderreissen in eine Un-zahl einzelner Wesen, die unabhängig neben einander
1 ) Pliys. Psych. S. 5.