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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
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DIE DEUTSCHE PSYCHOLOGIE.

wechselt diese Temperatur nach der Körperstelle be-deutend. Man kann sich davon überzeugen, wenn manverschiedene Hautstellen mit einander in Berührungbringt. Dann empfindet, während vorher kein Tempe-raturgefühl vorhanden war, die eine die andere als kälteroder wärmer. Lege ich die Hand an Stirn oder Wangen,so bemerke ich deutlich, dass die Hand kalt, Stirn undWangen aber warm sind. Die Haut, die den Rumpfüberzieht, ist wärmer, als die Haut der Extremitäten, dieFinger sind kälter als die übrige Hand, der Handrückenkälter als die Hohlhand. Bis für alle einzelne Hautstellender Temperaturgrad, welcher dem Reize Null entspricht,und die Temperaturgrenze, welche eine Empfindung be-wirkt, bestimmt ist, bleibt somit die Anwendung des all-gemeinen Gesetzes auf die Wärmeempfindungen nochunvollständig. Man kann indess im Mittel die Tempe-ratur der menschlichen Haut auf 18,4° 0. setzen undwird keinen grossen Fehler begehen, wenn man dieseTemperatur zum Nullpunkt des Empündungsmaassesnimmt. Die Temperatur-Zu- oder Abnahme, welche vonhier an eine eben merkliche Empfindung bewirkt, istaber noch nicht festgestellt.

Nach den mitgetlieilten Untersuchungen ergehensich die Reizeinheiten mit hinreichender Genauigkeit. Siewürden also betragen:

Für die Druckempfindung . . Druck von 0,002 g bis 0,05 g.

„ „ Muskelempfindling . . Verkürzung des Muse, rectus in-ternus des Auges um 0,004 mm.

„ „ Temperaturempfindung (Die Wärme der Haut = 18,4° C.

(gesetzt), V 8 ° C.

„ „ Schallempfindung . . Ein Korksclieibclien von 0,001 g,

welches von 0,001 mm Höhe auf' eine Glasplatte fällt, währenddas Ohr 91 mm entfernt ist.