EECHNEÄ UND DIE PSYCHOPHYSIK. 177
hat fortwährend eine Empfindung, die grösser als ebenmerklich ist, und alle Reize, die wir einwirken lassen,können daher zu dieser ein für alle mal vorhandenenLichtempfindung des Auges nur einen Zuwachs bewirken.Wir sind deshalb nicht im Stande, hier den Reiz zu be-stimmen, welcher dem Nullpunkte der Empfindung ent-spricht. Wenn man indess annimmt, die Empfindung desdunklen Auges wäre gleich Null, die Lichtempfindung imDunklen also genau die eben merkliche Empfindung undder sie bewirkende Reiz die Reizeinheit, so können wirhier ganz wie früher verfahren. Streng genommen be-gehen wir dabei eine Unrichtigkeit; aber da wir es inden meisten Fällen mit Lichtintensitäten von weit grösse-rer Stärke zu thun haben, so ist der Fehler, den wirbegehen, wenn wir die Lichtempfindung im Dunkelnwirklich gleich Null annehmen, so klein, dass er auf dasResultat keinen Einfluss hat. Wir müssen jedoch, umdie Reizeinheit zu finden, umgekehrt verfahren als in denvorigen Fällen; hier hatten wir diejenige Reizstärke zubestimmen, die eine eben merkliche Empfindung verur-sacht; beim- Auge ist uns die Empfindung, die etwasgrösser als eben merklich ist, die wir aber als ebenmerklich annehmen, gegeben, der Reiz dagegen ist unsunbekannt. Es ist also unsere Aufgabe, die Grösse diesesgegebenen Reizes zu messen.
Die Lichtintensität des dunklen Auges lässt sichnun nach derselben Methode bestimmen, die wir zurMessung der Intensität eines äussern Lichtes angewandthaben. Wir benutzten dazu die Erkennbarkeit derSchatten: zwei Lichter wurden mit einander verglichen,indem man sie so lange gegen einander verschob, bis dieSchatten, die ein verticaler Stab von beiden auf die Wandwarf, gleich deutlich waren. Im vorliegenden Falle ist
Kibot, Psychologie. J2