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DIE DEUTSCHE PSYCHOLOGIE.
immer noch etwas äusseres Licht. Ueberdies reizt derauf den Augapfel ausgeübte Druck die Netzhaut, undwenn man den Druck verstärkt, so steigert sich auch derim Dunkel des Auges vorhandene Lichtschein. Aberselbst wenn dieser mechanische Reiz fehlt und wir unsin tiefster Nacht befinden, ist unser Auge noch vonLichtschimmer erfüllt. „Uebrigens ist das Gesichtsfeldauch des gesunden Menschen zu keiner Zeit ganz freivon solchen Erscheinungen, die man das Lichtchaos, denLichtstaub des dunklen Gesichtsfeldes genannt hat“Derartige Erscheinungen wurden zuerst von Goethe,Joh. Müller und Purkinje untersucht. Letzterer sahnach körperlicher Anstrengung „im dunklen Gesichtsfeldeein mattes Licht wallen und flackern, wie die auf einerhorizontalen Fläche verlöschende Flamme von aus-gegossenem Weingeiste“. Dieses Lichtchaos ist vomäussern Licht durchaus unabhängig, weil es sich auchda einstellt, wo dieses vollständig fehlt, weil es uns beiunseren Bewegungen folgt, und keinem äussern Gegen-stände entspricht. Endlich ist die tiefste Dunkelheitselbst eine Lichtempfindung. „Das tiefste Schwarz, daswir sehen können, ist kein Mangel der Empfindung,sondern es ist nur die schwächste Lichtempfindung. DasDunkel hat deshalb auch noch Grade der Dunkelheit, inder Schwärze giebt es Unterschiede, und das tiefsteSchwarz geht ganz allmälig in helleres Schwarz, dann inGrau und endlich in Weiss über“ * 2 ).
Dieser fortdauernd bestehende Reiz im Auge bildet,wie man sieht, für die Messung der eben merklichen Em-pfindung ein sehr ernstes Hinderniss. Denn das Auge
fl Helmlioltz, Physiol. Optik 202.
2 ) Wundt, Vorlesungen etc. I, 122.