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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
Entstehung
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175
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RECHNER UND DIE PSYCHOPHYSIK. 175

dieser Schall eben verschwindet. Dann ist er genau sogross, wie der Schall, den in 91 mm Entfernung ein Korkvon 1 mg Gewicht, um 1 mm hoch herabfallend, auf einerGlasplatte erzeugt, und aus der Entfernung ergiebt sich,um wie viel dieser Schall an dem Orte, wo er erzeugtwird, stärker ist, als diese kleinste Schallstärke. So hörtman z. B. eine gewöhnliche Flintenkugel eben noch in7000 m Entfernung. Diese Entfernung ist rund 700000Mal grösser als die von 91mm. Daraus folgt, dass dieSchallintensität der Flintenkugel etwa 4900 MillionenMal grösser ist, als die gewählte Einheit. In ganz ähn-licher Weise lässt sich jeder andere Schall mit der Ein-heit vergleichen*).

Ganz andere Verhältnisse treten uns entgegen, wennwir mit den räumlichen Untersuchungen an den Ge-sichtssinn herantreten. Die äusseren Bedingungensind zwar genau dieselben, wie beim Schall, aber dieinneren Bedingungen sind dafür um so verschiedener.Es kann sich natürlich nur dann um eine Bestimmungder eben merklichen Empfindung handeln, wenn es fürdas Sinnesorgan einen Ruhezustand giebt, bei welchemes nichts empfindet. Dies ist beim Ohre der Fall. DieStille unterscheidet sich für uns vom Geräusch durchdas absolute Fehlen der Empfindung. Beim Auge ent-spricht dem allerdings der Unterschied von Dunkel undHell, aber dies Dunkel ist vom Hellen nur dem Gradenach verschieden. Wenn wir die Augen scliliessen, soentsteht zwar Dunkelheit, keineswegs jedoch Empfindungs-losigkeit. Durch das geschlossene Auge dringt meistens

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b Diese Messungen müssen jedoch während der Nacht ange-stellt werden, da dann das Ohr nicht durch andere Geräusche ge-stört wird, und die von der Sonnenwärme herrührenden Luft-strömungen ihre störende Wirkung nicht üben.