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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
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DIE DEUTSCHE PSYCHOLOGIE.

wir, dass auch das äussere Licht heller geworden ist;nimmt der Schall im Ohre zu, dass auch der äussereSchall zugenommen hat. Doch wenn sich unsere ganzeKenntniss hierauf beschränkte, so würden wir nur weniggewonnen haben. Aber schon die unvermittelte, durchkeine besonderen Hülfsmittel unterstützte Beobachtunglehrt uns Thatsachen kennen, die wenigstens im Allge-meinen über das Gesetz, nach dem die Empfindungen mitden Reizen sich ändern, Aufschluss geben. Jedermannweiss, dass in der Stille der Nacht man Geräusche, wiedas Tiktak der Uhr, hört, welche während des Tagesunbemerkt bleiben. In dem Lärm und Getümmel belebterStrassen oder bei dem Getöse eines Eisenbahnzuges hörenwir unsern Nachbar und manchmal sogar unser eigenesWort nicht mehr. Die Sterne, die in der Nacht amhellsten glänzen, sieht man am Tage nicht, den Mondsieht man zwar, aber er ist viel blasser, als er des Nachtserscheint. Wenn man zu einem Gewichte von zehnGrammen, das man in der Hand hält, ein zweites vonzehn Grammen zufügt, so wird man den Unterschieddeutlich meiken; fügt man aber diese zehn Gramm zueinem Centner, so wird man den Unterschied nicht mehrmerken. Das sind alltägliche Erfahrungen, die sich vonselbst zu verstehen scheinen, und doch ist dem nicht so.Denn unzweifelhaft tickt die Uhr während des Tagesebenso laut, wie während der Nacht, sprechen wir auchim Eisenbahncoupe oder bei Strassenlärm laut, leuchtenMond und Sterne während des Tages gerade so viel, wiewährend der Nacht, und wiegen zehn Gramm stets zehnGramm. Es ist ferner eine bekannte Erfahrung, dassdie grossen Vocal- und Instrumentalconcerte, bei denendie Mitwirkenden nach Hunderten zählen, bei weitem nichtden erwarteten Eindruck machen; dass eine doppelte