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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
Entstehung
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161
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FECHNER UND DIE PSYCHOPHYSIK. 161

in Bezug auf ihre Intensität vergleicht, betrachtet mansie als Grössen, und wenn wir auch uns darauf be-schränken müssen, eine Empfindung für gleich, stärkeroder schwächer zu erklären, als eine andere, so ist dochdas an sich durchaus kein Hinderniss gegen die Erlan-gung eines exacten Maasses. Auch von der Zeit hattenwir ursprünglich nur unbestimmte Vorstellungen voneinem früher, später und gleichzeitig und können jetzttrotzdem Zeitunterschiede auf das Genaueste messen.Und gerade so, wie wir das genaue Maass der Zeit nichtder Zeit selbst entnehmen, sondern von aussen her, denBewegungen im Baume, werden wir auch das exacteMaass der Empfindung nicht in der Empfindung selbstfinden, sondern in einem äussern räumlichen Maassstahe.Welches bessere Maass können wir aber finden, als jeneBewegung im Baume, aus der die Empfindung selbstentsteht? Der Beiz ist nicht nur das nächstliegende,sondern auch das einzig mögliche Maass der Empfindung.Zwischen der Empfindung und ihrem Maasse besteht einnothwendiger Zusammenhang. Die Empfindung würdenicht existiren, wenn nicht der Beiz ihr vorherginge.Wir benutzen so die Ursache, um an ihr die Wirkungzu messen. Der wesentliche Punkt, welcher die Messungder psychischen Grössen von der Messung der aus-gedehnten Grössen unterscheidet, ist also der, dass beijenen die Ursache zur Messung der Wirkung,bei diesen die Wirkung zur Messung der Ur-sache dient.

Einen Anhaltspunkt für die Messung haben wir indem Stärker- und Schwächerwerden der Empfindungen.Wir haben gesehen, dass mit der Intensität der Beizeauch die Intensität der Empfindung ab- und zunimmt:vermehrt sich die Lichtempfindung im Auge, so glauben

Ribot, Psychologie. H