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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
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160 DIE DEUTSCHE PSYCHOLOGIE. ,

über clie Gleichheit, das Mehr oder Weniger Auskunft,und deshalb ist dieses natürliche Maass, wenn es sich umeine genaue Feststellung von Empfindungsstärken handelt,so gut wie gar kein Maass. Wenn wir daher auch imAllgemeinen behaupten können, dass die Intensität einerEmpfindung mit der Intensität des ursächlichen Reizeszu- oder abnimmt, so vermögen wir doch auf keine Weiseanzugeben, ob die Empfindung genau in demselben Ver-lniltniss wächst, wie der Reiz, oder langsamer oderschneller: mit einem Worte, wir wissen nichts über dasGesetz, welches hier das Verhältniss von Ursache undWirkung regelt; wir wissen nicht, ob ein Reiz vor derIntensität eins bder zwei auch eine Empfindung von derIntensität eins oder zwei veranlasst.

Beim ersten Anblick sieht der Versuch, den Gradder Empfindung genau zu messen, sehr gewagt aus, dain der Empfindung selbst kein bestimmtes Maass ent-halten ist. Bei näherer Ueberlegung sieht man jedoch,dass, wenn auch bei jedem Maasse ein Maasstab erforder-lich ist, der Maasstab doch nie der gemessene Gegen-stand selber sein kann. Nun kennen wir aber die Ab-hängigkeit der Vorgänge im Nerven von der äussernBewegung des Reizes, und auch die Abhängigkeit derIntensität des Nervenprocesses von der Intensität derReize ist ziemlich sicher nachgewiesen. Wenn wir alsoden Reiz variiren, so heisst das durch Vermittelung desNervenprincips die Empfindung variiren, wobei dieNervenkräfte die nächste Ursache der Entstehung derEmpfindung sind, der äussere Reiz die ferne Ursache.Da wir aber diese äussere Ursache in unserer Gewalthaben, und da sie unseren genauesten Messungsmittelnzugänglich ist, so müssen wir auch durch sie die Empfin-dung selbst messen können. Insofern man Empfindungen