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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
Entstehung
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159
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RECHNER UND DIE PSYCHOPHYSIIC. 159

Höhe der Töne sein möge. Die Resultate seiner aus-gedehnten Untersuchungen sprach Weher in dem Gesetzeaus: gleiche relative Reizzuwüchse entsprechen glei-chen Empfindungszuwiichsen Q.

Das war der Stand der Frage vor Fe ebner.

Wir werden die folgenden Untersuchungen besserverstehen, wenn wir hervorheben, dass die Physiologie inunseren Empfindungen im Allgemeinen Qualität und Inten-sität oder Quantität unterscheidet. Ihrer Qualität nachbleiben die Empfindungen immer dieselben, ihrer Quan-tität nach können sie sehr wohl verschieden sein, d. h.zu- oder abnehmen. Dass jede Empfindung einen be-stimmten quantitativen Werth hat, lehrt uns übrigensschon die tägliche Erfahrung, da Jedermann zwei Em-pfindungen verglichen und constatirt hat, dass sie gleichoder ungleich, dass die eine grösser oder kleiner sei alsdie andere. Wir erklären ohne Schwanken, dass es beiSonnenlicht heller ist, als bei Mondlicht, dass ein Kanonen-schuss lauter tönt als ein Pistolenschuss. Es bestehtalso eine quantitative Vergleichung der Empfindungen,aber man kann nur angeben, ob zwei Empfindungen vongleicher oder verschiedener Intensität sind, nicht umwie viel mal eine Empfindung stärker oder schwächerist, als eine andere; ob z. B. das Sonnenlicht hundert-oder tausendmal heller sei als das des Mondes, oder obein Kanonenschuss hundert- oder tausendmal lauter töneals ein Pistolenschuss. Das natürliche Maass der Em-pfindung, das jeder Mensch besitzt, giebt ihm also nur

J ) Z. B. wird die Druckempfindung in gleichem Yerliältnisa

wachsen, wenn wir zu dem ursprünglichen Reize, welcher 3 g

betragen möge, Vg = 1 g hinzufügen, diesem zweiten Reize von

4 g wiederum Vs = * * * 4 / 3 g u. s. f. Der Reiz wächst also in an-nähernd, aber nicht völlig gleichen Verhältnissen.