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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
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DIE DEUTSCHE PSYCHOLOGIE.

Zeichen eines uncl desselben Objectes geworden sind.Ihre Verschmelzung in einen einzigen Begriff des äussernObjectes geschieht also nicht durch einen prästabilirtenMechanismus, wie die Nativisten wollen, sondern durcheinen psychischen Act*).

5. Da wir die beiden Theorien schon beim Tastsinnverglichen und im Allgemeinen ihre Verdienste undMängel hervorgehoben haben, so brauchen wir uns hiernur an die besondere Frage des sichtbaren Raumes zuhalten, wobei wir uns jedoch auf die psychologische Seiteder Frage beschränken. Beide Theorien wollen nichteinfach die metaphysische Erklärung eines abstractenBegriffs gehen, sondern haben ohne Unterlass von derErfahrung und den so mannigfaltigen Erscheinungen derGesichtswahrnehmung Rechenschaft abzulegen. Diesephysiologischen Probleme sind von gewiegten Experimen-tatoren erörtert, welche ihnen viele Jahre ihres Lebensgewidmet haben. Ihre Resultate stimmen nicht immerüberein, selbst wo es sich um Thatsachen und Experi-mente handelt, und wir brauchen uns deshalb nicht zuwundern, wenn in einer heiklen psychologischen Frage,welche die Kritik der Grundbegriffe des Verstandes be-rührt, die Debatte noch nicht geschlossen ist.

Der Kern des Streits liegt in der so einfachen Frage:Welches ist der eigentliche Gegenstand des Sehens? Ant-

!) Die empiristische Theorie ist in zwei Hauptformen dar-gestellt, welche Wundt (Pliys. Psych. 637) die logische unddie Associationstlieorie nennt. Jene, wie Berkeley unddie Vertreter des beschränkten Empirismus, fassen die Baum-anscliauung als das Kesultat einer bewussten Verstandstlmtig-keit auf, die man in der neuern Zeit durch eine unbewussteersetzt hat. Die Associationstheorie hat ihre Hauptvertreter inEngland, doch wird diese Trennung nicht immer streng genommen.