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DIE DEUTSCHE PSYCHOLOGIE.
folg haben, d. h. dass die erwarteten neuen Sinnes-empfindimgen eintreten.“ Die Wahrheit unserer Vor-stellungen ist also rein praktischer Art, und es ist des-halb „ein Missverständnis (wie dieNativisteu) nach einerprästabilirten Harmonie zwischen den Gesetzen des Den-kens und denen der Natur suchen zu wollen.“ Jeden-falls erscheinen uns diese Zeichen, welche wir zu deutenhaben, als Wirkungen, deren Ursachen die Natur-objecte sind. Wir glauben es, weil in Folge vielfältigenExperimentirens an den Objecten ein Theil der Verän-derungen in den Sinneseindrücken von dem eigenenWillen sich abhängig zeigt, ein anderer, nämlich alles,was von der Beschaffenheit der gerade vorliegendenObjecte abhängt, sich uns mit einer Nothwendigkeit auf-drängt, die wir nicht willkürlich verändern können. „Sokommen wir zur Anerkennung einer von unserem Wollenund Vorstellen unabhängigen, also äusserliclien, Ursacheunserer Empfindungen. So wird die äussere Ursache alsein unabhängig von unserer Wahrnehmung bestehendesObject anerkannt.“
Giebt man dieses zu, so kann der psychologischeMechanismus, mittels dessen wir uns eine Vorstellungvom Raume bilden, oder um es correcter auszudrücken,mittels dessen wir einen Gegenstand als räumlich aus-gedehnt auffassen, d. li. von bestimmter Form, Lage,Richtung im Gesichtsfelde, nur das Resultat eines „un-bewussten Schlusses“ sein. „Diese Bezeichnungsweise hatviel Widerspruch und Anstoss erregt, weil nach dergewöhnlich gegebenen psychologischen Darstellungsweiseder Schluss gleichsam der Gipfelpunkt unseres bewusstenGeisteslebens ist. Dagegen sind nun in der That dieseSchlüsse niemals in der gewöhnlichen Form eines logischanalysirten Schlusses auszusprechen, aber man hat es