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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
Entstehung
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DIE ENTSTEHUNG DER RAUMANSCHAUUNG. 141

sucliung der letzteren leitet er die Schätzung der Ent-fernungen im Gesichtsfelde von dem Bewusstsein derMuskelanstrengung ab, welche nöthig ist, damit wir die-ses Feld mit dem Blicke durchlaufen. Auch hei demGesichte kann (wie bei dem Tastsinn) die Rauman-schauung nicht aus einer einfachen Association derbeiden ursprünglichen Elemente (der Eindrücke derNetzhaut und der Bewegungen), sondern nur durch eineSynthese entstehen.

Der bedeutendste Vertreter der empiristischen

Theorie ist Helmlioltz. Er hat in seiner „Physiolo-

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gische Optik“ und den „Populäre wissenschaftliche Vor-träge“ sehr gründlich nachzuweisen gesucht, wie die Er-fahrung auch ohne angeborene Eigenschaften die Ent-stehung des sichtbaren Raumes erklären kann. Diephysiologischen Grundlagen seiner Erklärung sind:

1) Die durch das Sehen gelieferten Zeichen. Sie weisendrei Merkmale auf, welche sie von einander unterschei-den: Intensität, Qualität (Farbe) und Localzeichen, wel-ches von der gereizten Stelle der Netzhaut abhängt.

2) Der Grad der Innervation, welchen wir den Nervender Augenmuskeln überliefern, und welcher von unsempfunden wird. Diese Elemente dienen der weiterenArbeit des Geistes, aus welcher die dreidimensionaleRaumanschauung hervorgehen muss, zur Grundlage.

Wir haben schon oben angeführt, dass für Helm-hol tz die Empfindungen Zeichen sind, welche wir zudeuten haben. Unsere Vorstellungen können nur Sym-bole der Gegenstände sein; wir lernen uns ihrer bedie-nen, um unsere Bewegungen und Handlungen zu regeln.„Wenn wir jene Symbole richtig zu lesen gelernt haben,so sind wir im Stande, mit ihrer Hülfe unsere Handlun-gen so einzurichten, dass dieselben den gewünschten Er-