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DIB DEUTSCHE PSYCHOLOGIE.
kann dem einwenden, dass damit eine Lösung der Fragenicht gefunden sei; dass Ausdrücke wie Lage, Rich-tung u. s. w. für den Geist Sinn nur haben vermöge einerpräexistirenden Anschauung vom Raume, welche alleinsie verständlich macht. Mag man diesen Einwand auchgelten lassen, so bleibt das Ergebniss doch bestehen,denn es handelt sich nicht um transscendentale Probleme,sondern um eine Erfahrungsfrage, die empirische Ent-stehung der Raumanschauung, und man muss deshalbauch in der Erfahrung die Lösung suchen. Es ist auchbesonders hervorzuheben, dass, seitdem an die Stelle derUntersuchung des abstracten Raumbegriffs die concreteUntersuchung seiner Elemente getreten, ein analytischesVorgehen möglich geworden ist, ein Verdienst der phy-siologischen Methode, das selbst die hartnäckigsten Geg-ner ihr nicht streitig machen können.
Die Schwierigkeit der Frage, ob die Anschauungvom tastbaren Raume das Resultat eines Mechanismusoder angeboren sei, besteht zunächst darin, dass manhei Seite lässt, was den Gesichtsempfindungen angehört.Sehen und Tasten sind zwei Sprachen, welche wir vonunserer Geburt an gleichzeitig reden, und welche so voll-ständig mit einander verschmelzen, dass sie nur eine zusein scheinen. Auch suchen die feineren und reichhaltige-ren Gesichtswahrnehmungen allmälig die übrigen zu ver-drängen. Die Untersuchung der Blindgeborenen hat für
seiner selbst dienen“. Stuart Mill antwortet darauf: „Statt zusagen, dass Dichtung Baum bedeute, müsste man richtiger sagen,Baum bedeute Richtung. Der Baum ist die Gesammtlieit derRichtungen, wie die Zeit die Gesammtheit der Folgen ist; wennman folglich die Richtung postulirt, so postulirt man nicht denRaum, sondern das Element, aus welchem die Raumanschauunggebildet ist.“