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DIE DEUTSCHE PSYCHOLOGIE.
pers als verschiedene Stellen im Raume einnehmend zuunterscheiden. „Zur Mittheilung der Ausdehnung imRaume sind aber nicht alle Sinne gleich geschickt. DerGesichtsnerv, der Gefühlsnerv zeigen die Ausdehnungim Raume an, weil sie einer genauen Empfin-dung ihrer eigenen Ausdehnung fähig sind.Die Durchdringung ganzer Gliedmaassen, ja der meistenTheile unseres Körpers durch Gefühlsnerven macht esdem Gefühlssinn möglich, die Raumausdehnung unsereseigenen Körpers in allen Dimensionen zu unterscheiden,denn jeder Punkt, in welchem eine Nervenfaser endet,wird im Sensorium als Raumtheilchen repräsentirt“ f)-E. H. Weber’s allbekannte Untersuchungen stell-ten die Rolle der Nervenendigungen genauer fest. Indemer nach wies, dass die Empfindlichkeit für Tastein drückean den verschiedenen Körpertheilen verschieden ist, — dasswir z. B. auf der Zungenspitze zwei Punkte noch als ge-trennt wahrnehmen können, die 0,5 mm von einanderentfernt sind, während sie auf dem Rücken 40 bis 60 mmentfernt sein müssen, — konnte er die Oberfläche desKörpers in eine Anzahl von „Empfindungskreisen“ ein-tlieilen, welche der Grösse und seihst der Form nachausserordentlich verschieden sind. Anfangs betrachteteer jeden dieser Kreise, d. li. jeden von einem einzigenNervenbündel innervirten Hautbezirk, als Raumeinheit;später nahm er aber zwischen zwei als getrennt erkanntenPunkten mehrere Empfindungskreise an, um auf dieseWeise die Wahrnehmung des Raumes zwischen denbeiden Punkten zu erklären. Ausserdem schrieb erGewöhnung und Erfahrung eine grosse Bedeutung bei,insofern sie die Zahl der zur Wahrnehmung desZwischen-
b Job. Müller, Physiologie II, 262, 263.