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DIE DEUTSCHE PSYCHOLOGIE.
Localzeichen des Tastsinnes.
Es würde unnütz sein, wollten wir uns über diesenPunkt ebenso ausführlich ergehen, wie über den vorigen.Es wird genügen, wenn wir andeuten, worin sich diebeiden Fälle von einander unterscheiden.
Die Tastkörperchen haben hier eine ähnliche Be-deutung wie die Stäbchen und Zapfen der Netzhaut.Ihr Bau ist nicht überall derselbe, und sie sind an denverschiedenen Punkten der Haut sehr verschieden ver-breitet oder gruppirt. Diese Thatsachen würden an sichhinreichen, um zu erklären, weshalb derselbe Reiz je nachden Stellen der Haut, auf welche er trifft, verschiedensein muss; aber sie erklären die Localisation nicht. Diesequalitativen Unterschiede erklären nicht, warum die Ein-drücke an bestimmte Punkte der Haut verlegt und räum-lich angeordnet werden.
Die anatomischen Verschiedenheiten sind also nurdie erste Bedingung einer Localisation im Raume. Einezweite Thatsache, der Lotze grosse Bedeutung zuschreibt,ist die Erscheinung, welche er „die Welle der accessori-schen Empfindungen nennt“. „Träfe ein local ganz be-schränkter Reiz, vielleicht der Stich einer Nadelspitze,die Hautstelle p, so ist es wegen des Zusammenhangesder Haut doch unmöglich, dass seine Wirkung sich aufeinen völlig unausgedehnten Punkt beschränkte; jedeVeränderung, welche er unmittelbar an seinem Angriffs-orte hervorbrächte, würde eine Vielheit kleiner Dehnungen,Pressungen und Verschiebungen über die nächste Um-gebung verbreiten. Trotz der allgemeinen Gleichförmig-keit ihres Baues ist nun die Haut an verschiedenen