LOTZE.
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Localzeiclien können weder von den Bewegungen derMuskeln des Auges, noch von dem histologischen Bauder Netzhaut allein geliefert werden, selbst wenn manvoraussetzt, jeder empfindende Punkt sei in seinerStructur um ein Geringes von den benachbarten ver-schieden. Die Ursache, welche die Erregungen der ein-zelnen Punkte der Netzhaut von einander unterscheidet,kann nur in ihren Beziehungen zu den motorischen Appa-raten gefunden werden. Jeder Eindruck auf einenhesondern Punkt der Netzhaut führt eine besondere Be-wegung (oder eine Bewegungstendenz) herbei, welcheeinen bestim m ten psychischen Zustand erzeugt: dieserZustand ist das, was das Localzeichen eigentlich aus-macht. Lotze hält diese Vorgänge im Allgemeinen fürunbewusste, ohne sich übrigens die einer solchen Hypo-these anhaftenden Schwierigkeiten zu verhehlen. Nachdemnun endlich der Reiz, die Bewegung und der folgendepsychische Eindruck sich eine grosse Anzahl von Malenwiederholt haben, gelangen wir zu einer vollständigenKenntniss der Topographie unserer Netzhaut, der Lagealler ihrer Punkte, wodurch eine unmittelbare Localisa-tion selbst für das ruhende Auge möglich wird. DieserVorgang, hat durch seine Entstehung (den Reiz), seinEnde'(die motorische Reaction), seinen Automatismus undseinen unbewussten Charakter grosse Aehnlichkeit mitden Reflexen. Um mit einem Satze Lotze’s zu scliliessen,haben wir „aus der Verschmelzung der Netzhauterre-gungen mit jenen unbewussten Eindrücken, welche dieihnen associirten Bewegungstriebe auf die Seele machen,die Ordnung der Punkte in unserm Gesichtsfelde her-geleitet“ !).
') Med.'Psych. No. 328.