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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
Entstehung
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LOTZE.

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Körperstellen den mannigfachsten Unterschieden aus-gesetzt; hier durch dickere Epidermis bedeckt, dort durchzarte, bald durch Befestigung an Knochenpunkten ge-spannt, bald in weiten Grenzen verschiebbar; über einFettpolster gebreitet, wird sie sich anders verhalten, alsüber Knochen, über Fleisch, über Hohlräume gespannt.Die Voraussetzung dürfte daher zulässig sein, dass anjedem Körperpunkte diese Nebenwelle x kleiner Erschütte-rungen, welche seine Reizung hervorruft, verschieden seinwerde von jeder andern 7c, welche die Reizung einerStelle q begleitet“ !). Wir brauchen nur an die berühmtenVersuche Weber’s zu erinnern, um zu begreifen, wiegewaltig die Tastempfindung nach den Hautstellenschwankt * 2 ). Aber man darf sich darüber nicht täuschen,die Nebenwellen erfüllen trotz ihrer grossen Bedeutungfür die Tastempfindungen doch nicht die Anforderungen,welche wir an die wirklichen Localzeichen stellen. Siegestatten wohl, Empfindungen A und B zu unterscheiden,aber sie reichen zu ihrer räumlichen Unterscheidungnicht aus, d. h. sie ermöglichen nicht eine Linie anzu-nehmen, deren Endpunkte A und B sein würden.

Es bleibt noch ein drittes Element: die Bewegungenund die sie begleitenden Muskelgefühle. Obwohl Lotzedie hervorragende Bedeutung dieses Elementes für dieLocalisation der Tastempfindungen durchaus anerkennt,legt er doch nicht so grosses Gewicht darauf, wie manseitdem gethan hat, und meint nicht, dass man in ihmeine ausreichende Erklärung des zu lösenden Problemsfinden könne.

Die Haut bildet also ein Continuum, das in seiner

b Metaphysik, Leipzig 1879, S. 569.

2 ) Vgl. das folgende Capitel.