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DIE DEUTSCHE PSYCHOLOGIE.
„Medicinischen Psychologie“ würde somit kaum am Platzesein, und wir wollen deshalb nur einen Punkt eingehenderörtern, die Theorie der Localzeichen und die An-schauung des Raumes. Das ist der originale Theilder Lotze’sehen Psychologie, derjenige, welcher von dengrössten Autoritäten angenommen ist, deren Einfluss inallen zeitgenössischen Schriften sich widerspiegelt, undwelchen Helmholtz als den ersten entscheidendenSchritt betrachtet, durch den die Physiologen zu derMeinung geführt sind, dass die Anschauung des Raumesnicht angeboren, sondern durch die Erfahrung er-worben ist.
Lotze behandelt die Psychologie an keiner Stelleals eine Wissenschaft der Erscheinungen der Seele, undschätzt deshalb auch die an das Aeussere der Dinge sichhaltenden naturwissenschaftlichen Erklärungen nicht sehrhoch. „Unser Wissen von den Dingen ist überhaupt vonzweierlei Art; es betrifft theils die wesentliche Natur desGegenstandes selbst, theils die Mannigfaltigkeit der Rela-tionen, die ihm äusserlich begegnen können. Von jenemersten Wissen, von einer cognitio rerum, kann nur da dieRede sein, wo unserer Wahrnehmung ein Object nichtbloss in seinem äusserlichen Verhalten gegenübersteht,sondern uns in so unmittelbarer Anschauung gegeben ist,dass wir den Mittelpunkt seiner eigenthümlichen Naturin unser Gefühl gleichwie in unsere Vorstellungen auf-nehmen können, dass wir uns in sie hineinzuversetzenund nachzuempfinden wissen, wie einem solchen Daseinvermöge seines innerlichen specifischen Wesens zu Muthsein. muss. Das andere äusserliche Wissen um die Dingedagegen, eine cognitio circa rem, besteht vorzugsweise ineiner hellen und deutlichen Kenntniss jener Bedingungen,unter denen uns die Erscheinung des Gegenstandes über-