herbaht’s schule.
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kritischer Sinn, der bei der Sichtung der Berichte derReisenden überall hervortritt, erkannte, dass die psycho-logische Erforschung der niederen Rassen gänzlich demZufall überlassen ist. Denn während man die geologischeErforschung eines Landes einem Geologen, das Studiumseiner Flora einem Botaniker, die anatomische Unter-suchung eines Volksstammes einem Anatomen anver-traut, scheinen die meisten für das Studium des geisti-gen und sittlichen Lebens eines Volkes eine Vorbereitungoder besondere Beobachtungsgabe nicht für nöthig zuhalten. Und gleichwohl ist keine Untersuchung schwie-riger als diese. Man muss mit Hülfe von ungelenkenund ungenügend bekannten Sprachen Empfindungen er-gründen, die von den unseligen durchaus verschiedensind; man muss sich hüten, jenen Volksstämmen unsereArt zu denken und zu empfinden beizulegen, wie diesvon Ungeübten fast stets geschieht; man muss ihren re-ligiösen Glauben von den Mysterien trennen, mit denensie ihn umgeben; kurz, man muss beständig einen Textübersetzen, bei dem jedes Wort Unsinn zulässt.
3. Zu einem klaren Begriffe der Völkerpsychologiescheint Waitz nicht gelangt zu sein. Er hat die niede-ren Formen der menschlichen Entwicklung studirt, undman kann sagen, dass dieses Studium eines Tages viel-leicht sich ebenso fruchtbar erweisen wird, wie es dasStudium der niederen Organismen für die Zoologie ge-wesen ist. Weiter zu gehen hat sein frühzeitiger Todihm nicht vergönnt. Aber andere nach ihm haben den-selben Weg eingeschlagen, wie namentlich Lazarusund Steintlial, die eigentlichen Begründer der Völker-psychologie.
Steinthal, besonders durch seine Arbeiten auf