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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
Entstehung
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EINLEITUNG.

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Lenden und mit Eifer getriebenen Wissenschaft trittnothwendig eine Tlieilung der Arbeit ein. Jede wichtigeFrage wird zu einem besondern Gebiete. Könnte z. ß.nicht ein eingehendes Studium der Sinneswahrnehmungendem thätigsten Geiste genügen? Die empirische Psy-chologie, mit den übrigen Naturwissenschaften durch einenges Band der Solidarität vereint, erweitert ihr Gebietund die unablässige Arbeit der Analyse vermehrt dieMasse des Details. Wo das letzte Jahrhundert zwanzigThatsachen kennen lehrte, haben wir auch zwanzig Ge-setze; später werden Gesetze der Gesetze, d. h. eineZusammenfassung immer zahlreicherer Thatsachen folgen,und da das menschliche Gehirn seine Grenzen hat, sowird sich die Noth Wendigkeit heraussteilen, dass man sichdiesem einen Studium ausschliesslich widmet.

Gegenwärtig ist die Zahl derer, welche auf diesesWerk vorbereitet sind, sehr gering. Die Mehrzahl derPhysiologen sind zu wenig Psychologen, und die meistenPsychologen wieder zu wenig Physiologen. Wir lebenin einer Uebergangszeit, deren Schwierigkeiten auch denbesten Muth lähmen könnten. Alle, denen die Fortschritteder neuen Psychologie am Herzen liegen, fühlen jedenAugenblick die Lücken einer ungenügenden Vorbereitung.Um diese Untersuchungen mit Erfolg in Angriff nehmen zukönnen, müsste man Mathematiker, Physiker, Physiologe,Pathologe sein, über Instrumente, und vor allem die Me-thode der Experimentalwissenschaften verfügen. Allesdies ist nicht der Fall. Zu ihrem Unglück befand sich diePsychologie in den Händen der Metaphysiker und infolgeeiner schwer zu durchbrechenden Tradition und alther-kömmlicher Vorurtheile giebt man nur ungern zu, dassder Psychologe nichts als eine besondere Art von Natur-forscher sein muss. Man steift sich darauf, ihn als einen