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Viktor Bai aguer, Monserrat; Sagen, Legenden u. GeschichtenRegensburg 1880, S. 265 : „Viele noch werden sich des Unabhängigkeit-krieges erinnern, jenes berühmten Krieges, in welchem sich bei derStimme der Religion und des Vaterlandes alle Spanier in Soldaten undalle Soldaten in Helden verwandelten. Damals verursachte schon derbloße Name Frankreichs Schauder; jeder Franzose wurde mit Ver-wünschungen angesehen und vor einem Afrancesado (Anhänger JosefBonapartes in Spanien) floh man wie vor einem Aussätzigen.
Es ist bekannt, wie die Franzosen es trieben. Die Ortschaft, in dieBie drangen, wurde bei dem geringsten Widerstande verwüstet, geplündert,dem Morde, dem Feuer preisgegeben. Die angezündeten Dörfer schrieenAnathema, die Haufen Schlachtopfer heischten Rache“.
S. 42. 56) P. Bonvin S. J. hat in bündigem Beweis gezeigt, daß
Deutschlands Verhalten den Grundsätzen jeder naturrechtlichen Ethik ent-spricht. In der Tat hat Jedermann das Recht, in einem lebensgefähr-lichen Gedränge irgend einen Nebenstehenden mit wirksamer Gewaltauf die Seite zu stoßen, wenn dieser sich an seinen rechten Aermel fest-gehäkelt hat und ihn am Ausholen gegen die mit gezücktem Dolch ihnbedrohende Hand eines dritten einfach hindert. Genau das war dieLage Deutschlands, wie wir Uneingeweihten sie um den 3. August 1914herum sahen. Man komme uns doch nicht mit einer so nichtig-mecha-nischen Auffassung der Neutralität und mit einer so absurden Analogie,wie sie der zuweilen in gesuchter Eigenartigkeit und Geistreichelei ge-schmacklos werdende Schweizer Spitteier entwickeln zu müssen glaubt.Inzwischen haben wir sogar Gewißheit erhalten, daß Belgien sich nichtnur an unsern rechten Aermel festgehäkelt hatte, sondern mit entschiedenerAbsicht, wohl wissend, was es tat, unsern rechten Arm geradezu festhielt,und die deutsche Regierung besaß davon bestbegründete moralische Ueber-zeugung.
Wie unsinnig der Vergleich unseres Verfahrens mit dem des Ueber-menschen ist, ergibt sich schon daraus, daß wir den Wegsperrer zuerstnur mit leiser Gewalt von uns abdrängen wollten, worauf er seinen Platzwieder einnehmen konnte. Den harten Faustschlag hat e r uns abgenötigt,indem e r die im Aermel verborgene Pistole uns entgegen hielt. AVerim August 1914 von Deutschland verlangte, es sollte Belgiens Neu-tralität schonen, verlangte von uns, daß wir in gewissenloser Gutmütigkeitdas Leben von Millionen Rheinländern aufs Spiel setzten. Die zu Anfangdes Kriegs von unsern Gegnern veröffentlichten Aufteilungen Deutschlandsund die auch von Belgiern bei uns betriebene Spionage besagten genug.Somit sind es durchaus nicht nur militärische Rücksichten gewesen, dieden Einmarsch in Belgien heischten, sondern die pflichtmäßige Achtsam-keit auf das Leben einer großen Bevölkerung, die auch im Krieg denWerken des Friedens lebt.