465
4. Der Kreuzzug.
Hier finde ich folgende Erläuterungen und Ergänzungen deroben gegebenen Darstellung nothwendig.
Wenngleich Wilhelm von Tyrus den Tatikios geradezu alsWegweiser einführt, so sagt doch Anna S. 317 ausdrücklich, er seimit den unter ihm stehenden Streitkrästen zur Besetzung der erobertenLandstriche mitgezogen.
Auf dem Wege von Nicäa bis Antiochien weiß Anna von dreiSchlachten: die erste die uns bekannte bei Doryläum, wo sie die un-richtige Ansicht von einer planmäßigen Theilnng des Heeres hat,sonst aber nichts Bemerkenswertstes beibringt. Nähere Betrachtungfordern die beiden anderen Namen und Anna's Erzählung über diedort stattgehabten Vorfälle. — diese Les-
art hält Schopen gegen die Variante des eoä. Ooislin. fest — werdendie Christen von Taniscan und Asan angegriffen, und siegen nachhartem Kampfe durch einen entschlossenen Angriff, den Boemund aufKilidsch Arslan macht. Die Stelle, verbunden mit S. 420, zeigtzunächst, daß Asan weder für Kilidsch Arslan, wie ich oben ver-mnthete, noch für Pulchasa gehalten werden kann; es ist ohne Frageder xrinosxs H.88g,nr des Grafen Stephan, dem die Christen seinLand genommen, ebenso wie Taniscan ohne Weiteres für Danischmendvon Melitene zu erkennen ist. Hinsichtlich des Kampfes selbst weißich nicht, ob ich ihn eher mit der Angabe der Gesten, bei Erkle habeman scharf gefochten, oder mit der erwähnten Erzählung Stephan'svon den Vorgängen in Kappadocien in Verbindung bringen soll. DerSache nach hat beides gleich große Wahrscheinlichkeit, und geogra-phische Notizen über den Ort selbst sind mir nach beiden Seiten hingleich unbekannt.
Dasselbe muß ich über den dritten Ort, Agrustopolis (auch hierist die Variante Angustopolis zurückzuweisen) bekennen. Die latei-nischen Quellen erwähnen eines offenen Gefechtes erst wieder bei derEisenbrücke von Antiochien, und damit ganz übereinstimmend sagtAnna, nachdem man bei Agrustopolis gesiegt, sei man ohne Wider-stand bis Antiochien gezogen. Aber wie gesagt, ich weiß keine Aus-kunft darüber zu geben, ob in jener Gegend am Orontes ein Agru-stopolis sich sonst noch vorfindet.
v. Sybel, Gesch. d. ersten Kreuzzuges.
30