sich nur erhielt und die Zukunft eines Reiches überhaupt denkbarmachte?)
Suchen wir auf, was sich von glaubwürdigen Zeugnissen sonstnoch über den Zustand des Landes beibringen läßt, so finden wirdas gegebene Bild auf jedem Schritte bestätigt. Die von Albertgepriesene Unterwerfung von Arsuf ist entschieden zurückznweisen;Wilhelm von Tyrus, der hier durchaus eigenthümlichen Quellenfolgt, sagt ausdrücklich 2 ), mit aller Macht habe man die Stadt, be-stürmt, aber wegen des Mangels maritimer Streitkräste jeden Versuchanfgeben müssen. Im Juni 1100 erschien dann eine stattliche vene-tianische Flotte im Hafen von Joppe, wohin Gottfried und Dagobertihnen entgegen kamen, mit ihrem ganzen Heere, sagt der venetianischeBericht, einer ziemlich kleinen Zahl und geringem Gelde, und ihnengestanden, daß sie bei ihrer Armuth die Stadt und das Land ver-lassen würden, wenn die Venetianer ihnen nicht mit Rath und Thatzu Hülfe kämen. Diese erklärten sich dann gegen stattliche Handels-privilegien zu einer achtwöchentlichen Unterstützung bereit, und leistetenschließlich Tancred zu der Eroberung von Caiphas wirksamen Bei-stand?) Als Balduin I. sich im Besitz des Thrones sah, war derAngriff auf Arsuf mit Hülfe einer genuesischen Flotte das ersteUnternehmen des neuen Königs. Besser steht es wohl um denWaffenstillstand mit Askalon, Cäsarea und Ptolemais: die beidenletzten Städte, noch im November 1099 offenbar feindselig, liefertenim August 1100 mit verhaltenem Grolle dein vorüberziehenden Bal-
1) Fr. Monnier hat in den säaness st trnvanx cts l'Xonclbmis ässssisnsss moralss st poiitiguss, Uaris-1873 und 1874, Gottfried's Ruhm alsGesetzgeber nach der Aussage der Assiscn in langer Erörterung aufrecht zu haltengesucht. Seine Darlegung ist verdienstlich als Kritik der Bcugnot'schen Ausgabeder Assisen und die dort gelieferte unmethodische Constituirung des Textes. Aberfür die Glaubwürdigkeit der über Gottfried gegebenen Nachrichten bringt sienicht den Schatten eines Beweises bei, und ebenso kritiklos werden Albert undWilhelm als zuverlässige Quellenschriften benutzt. Auch sonst hat Monnierwunderliche Vorstellungen, z. B. daß die Franken des 5. Jahrhunderts nichtdeutschen Stammes, daß Chlodovech, Karl der Große und Gottfried von Bouillonnicht Deutsche sondern Franzosen gewesen.
2) IX. 19. Albert selbst läßt den König Balduin dieser einzigen Stadtden erbetenen Waffenstillstand verweigern, was keineswegs auf eine besondereUnterwürfigkeit derselben gegen Gottfried schließen läßt.
3) 9?ranslatio 8. Xieolai I. e. S. 377 flg.