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Zweifel erblickt. Fassen wir diese Züge zusammen — eine jener ernsten,in sich gekehrten Naturen, deren Inneres desto heißere Leidenschafterfüllt und verzehrt, edel, so lange sie ruhig bleibt, aber von schweremund großem Style in ihrer Ruhe wie in ihrer Erregung.
Wir brauchen nicht zu zweifeln, daß Boemnnd damals schonerkannte, welche Fülle von Kraft in diesem Menschen verborgen lag;ihn zu gewinnen, in freier Unterordnung sich seinem Heere anzuschließen,konnte dem Fürsten von Tarent nicht schwer fallen?) Die ganzeRichtung seines Verwandten war dem politischen und administrativemTreiben, dessen ein Heerführer sich nicht entschlagen kann, abgewandt;ohne Bedenken entschloß er sich, seinem Verwandten und FreundeGehorsam zu geloben, um nnt ganzer Seele Krieger und nichts alsKrieger sein zu können. Er ist in diesen Grenzen geblieben, so langeBoemund bei den: Heere war, nachher hat er höchstens in dessenAufträge selbständig gehandelt, und erst seit dem Sommer 1100kommt der Reichthum seiner Natur zu voller Erscheinung. Damalswar Boemund gefangen und Antiochien in der größten Noth, damalshat er gezeigt, was er war und was er vermochte. Man erkennt,daß jener Ernst, jener Drang auf das Seltsame, jene wilden Aus-brüche endlich nur die ungeordneten Regungen waren, in denen diegewaltigen, in sich ungeeiuigten, nach Innen zurückgedrängten Kräftezur Erscheinung kamen.
Das hier gegebene Bild weicht nun von der gewöhnlichen Vor-stellungsart in schroffer Weise ab. Trotzdem vermag ich an dieserStelle noch nicht den vollen Beweis dafür zu liefern, einzelne derangeführten Züge kann mau bei seinem Biographen Radulf Nach-lesen °), andere und die wichtigsten gerade zu seiner Gesammtan-schauung sind nur in seinen Thaten aufzufinden.') Die Quelle dergewöhnlichen Vorstellung ist nicht allein Radulf — bei diesem istTancred der tapferste, aber auch der wildeste Held; seine Menschlich-keit wird wohl in Worten, aber nicht in Werken dargestellt, und das
1) RactuU o. 2.
2) Im ersten Capitel, von seiner Unermüdlichkeit, seiner Leutseligkeit, seineinErnst.
3) Und dann erst, wenn man diese aus der rechten Quelle mit Ausscheidungdes Sagenhaften nimmt. Vor Tarsus, Arkas und Jerusalem werden wir seineHabsucht, in Pelekanum seine Hitze, aller Qrten seine Verschlagenheit und Son-derbarkeit kennen lernen.