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Geschichte des ersten Kreuzzuges
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Erde*), und wer nicht selbst aufbrach, verfolgte mit lebhaftem In-teresse die beginnenden Rüstungen. Ekkehard selbst bemerkt, daß,wenn im östlichen Deutschland die Einwohner anfangs über die un-erhörte Kunde gespottet hätten, sie doch bald, durch die vorüber-ziehenden Pilger belehrt, von der Begeisterung für das heilige Unter-nehmen ergriffen worden wären. Mit einem Worte, diese Schwing-ungen des großen Impulses waren durch ganz Europa fühlbar.

Die allgemeinen äußeren Erscheinungen, die er hervorrief, deuteich nur an: sie sind zu oft und zu wahr geschildert worden, als daßeine neue Darstellung noch Interesse haben sollte. Wie Vornehmeund Niedrige sich aufmachten, wie alle Straßen erfüllt waren vonWaschenden und Ausziehenden, wie alle Beschäftigungen stockten, alleanderen Interessen in den Hintergrund traten. Das Abendland durchdas Uebermaaß seiner Kräfte bewegt sah sich einen beseligenden Aus-weg geöffnet: im Zwiespalt zwischen Geist und Materie hatte manein Ziel gefunden, vollkommen ideal aber mit irdischen Waffen zuerreichen. Der älteste Bericht über den Kreuzzug beginnt mit denWorten 2): als die Zeit erfüllet war, die Christus im Evangeliumgesetzt, indem er sagte: wer mit mir sein will, nehme sein Kreuz aufsich und folge mir nach da entstand die große Bewegung durchganz Gallien. Es ist deutlich, daß man hier das Ereigniß unmittel-bar an eine göttliche Vorausbestimmung anknüpft und in unverfäng-lichen Bibelworten eine Prophezeiung auf den Kreuzzng findet. DieseAnführung ist häufig wiederholt oder durch ähnliche Erörterungenersetzt worden, wie z. B. Guibert sich unendlich lange abmüht, dieauf den Kreuzzng deutenden Weissagungen zusammenzustellen?) Nunist das nicht als eine allgemeine Fügung der Vorsehung zu nehmen,es ist eine bestimmte That Gottes, ein Wunder im positiven Sinnedes Wortes, wie es auch jene Zeit auf kein weltliches Ereigniß an-zuwenden sich vermaaß. Seit der Schöpfung der Welt, seit demMysterium des Kreuzes, sagt der Mönch Robert, geschah nichts,diesem Zuge zu vergleichen, der ein Werk Gottes, nicht der Menschenwar?) Gott erscheint als der Führer des Heeres, es wird häufig

1) Ekkehard giebt auch wohl Beispiele des Unglaubens, das thut aber auchin Frankreich Guibert.

2) Osota p. 1. 3) S. 542 flg. 4) Lob. in prg.sk.